ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2020Randnotiz: Kopfball mit Folgen
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Fußballspieler haben offenbar ein höheres Risiko an Demenz oder Alzheimer zu erkranken als die Normalbevölkerung. Diese Erkenntnis lieferte Ende des vergangenen Jahres die FIELD-Studie, die der englische Fußballverband (FA) und die Spielergewerkschaft PFA in Auftrag gegeben hatten. Der Studie zufolge ist die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, bei Fußballern 3,45 Mal höher – das Risiko, Alzheimer zu bekommen, sogar 4,4 Mal höher. Einen Grund lieferte die Untersuchung nicht. Dass die Kopfbälle im Spiel verantwortlich sind, dafür gibt es keine wissenschaftlichen Beweise. Studien haben aber immer wieder Hinweise geliefert. Bereits im Dezember hatte die FA-Chefärztin Charlotte Cowie erklärt, es sei „unabdingbar“, dass man im Fußball jetzt alles tun müsse, um zu verstehen, was die Gründe für dieses erhöhte Risiko seien, und was man tun könne, um zukünftige Generationen von Fußballern davor zu schützen. Eine Forschungs-Taskforce schlug damals vor, das Training umzustellen und die Behandlung von Gehirnerschütterungen zu verbessern. Auch wenn das in der FIELD-Studie aufgezeigte Risiko zum jetzigen Zeitpunkt nicht verstanden werde, handele es sich dabei um potenziell wichtige Präventivmaßnahmen, so Cowie. Nun scheint es tatsächlich Konsequenzen für den englischen Fußball zu geben. So hält der Verband es nach Informationen britischer Medien für notwendig, vorsorgliche Maßnahmen zu ergreifen. Der Times zufolge soll unter anderem die Anzahl der Kopfbälle bei Jugendlichen im Training reduziert werden. Ein komplettes Kopfballverbot sei aber nicht angedacht, hieß es.

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