ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2020MDK-Prüfungen: Kompetenz und geltendes Recht
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Die Techniker Krankenkasse und der MDK missachten (wie auch andere Kassen) ganz gerne die geltenden Gesetze, z. B. § 277 SGB V: das Ergebnis der Beurteilung ist dem Leistungserbringer (hier = Arzt) mitzuteilen. Eine Beurteilung/Begutachtung ist ohne den Namen des Verfassers ungültig. Die Verweigerungshaltung von MDK und Kassen erschwert uns im Umgang mit den Patienten, die Entscheidungen zu erklären.

Noch schwieriger wird es, wenn wir Langfristverordnungen nach § 32 SGB V/§ 8 Heilmittel-Richtlinie empfehlen: hier gibt es eine hinterlegte Diagnosenliste, bei der wir die Kasse gar nicht fragen müssen. Für weitere schwerwiegende Erkrankungen gilt dann § 8 a (3, 4), der das Verfahren hier regelt: Ich wundere mich immer wieder über die Fachkompetenz der Verwaltungsmitarbeiter der Kassen, hier komplexe Kombinationen von Erkrankungen zu „beurteilen“.

Noch zu den MDK-Beurteilungen: Der Kasse darf übrigens lt. § 277 SGB V nur das Ergebnis, keine Befunde etc. mitgeteilt werden. Die Auskünfte, die die Kasse erfahren darf, sind im SGB V abschließend aufgelistet.

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Aber: geltendes Recht scheint für die GKV nicht unbedingt zu gelten.

Dr. med. Klaus Thierse, 13465 Berlin

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