ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2020Sepsis: Molekulare Mechanismen beim Zusammenbruch des Immunsystems

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Sepsis: Molekulare Mechanismen beim Zusammenbruch des Immunsystems

Hillienhof, Arne

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Die Forschung soll dazu beitragen, ein Testinstrumentarium zu entwickeln, mit dem eine Sepsis erkannt und verhindert wird. Foto: Kateryna Kon/stock.adobe.com
Die Forschung soll dazu beitragen, ein Testinstrumentarium zu entwickeln, mit dem eine Sepsis erkannt und verhindert wird. Foto: Kateryna Kon/stock.adobe.com

Die Pathomechanismen bei einer schweren Sepsis untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Belgien und Österreich gemeinsam im Rahmen eines neuen Verbundprojekts (SEPSDIA – Development of an epigenetics-based blood test to detect immunosuppression in patients with sepsis). Die Europäische Union fördert es in den kommenden drei Jahren mit 2,5 Millionen Euro.

Täglich sterben mehr als 140 Menschen in Deutschland an einer Sepsis. Zwei Drittel von ihnen erliegen dabei nicht den außer Kontrolle geratenen Entzündungsreaktionen im Körper, sondern den Folgen einer anschließenden Unterfunktion des Immunsystems. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, welche Patientinnen und Patienten gefährdet sind und wie sich der Zusammenbruch des Immunsystems möglichst früh diagnostizieren lässt.

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Eine Arbeitsgruppe der Universitätsklinik für Anästhesiologie Heidelberg unter der Leitung von Dr. biol. hom. Florian Uhle untersucht dazu die molekularen Mechanismen dieses bislang diagnostisch schwer greifbaren Zustandes. Ziel ist es, Marker im Blut der Patienten zu identifizieren, die für einen Frühtest herangezogen werden können. Das Heidelberger Teilprojekt wird mit insgesamt 400 000 Euro gefördert.

An dem Projekt sind auch drei Industriepartner beteiligt. Ziel ist es, zügig ein auf Intensivstationen anwendbares Testinstrumentarium bereitzustellen.

„Wir suchen die Unterschiede zwischen Untergruppen unserer Patienten – zum Beispiel zwischen Patienten, bei denen sich das Immunsystem regeneriert, und Patienten, bei denen es zusammenbricht“, sagte Prof. Dr. med. Markus Weigand, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Anästhesiologie Heidelberg, den Forschungsansatz der Wissenschaftler. So könne man hoffentlich bald jene identifizieren, bei denen ein schwerer Verlauf mit wiederkehrenden Infektionen zu erwarten sei. hil

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