ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2020Rezidiv einer ilealen Invagination bei Morbus Crohn

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Rezidiv einer ilealen Invagination bei Morbus Crohn

Recurrent ileal invagination in Crohn’s disease

Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 146; DOI: 10.3238/arztebl.2020.0146

Görtz, Rüdiger Stephan; Atreya, Raja; Neurath, Markus F.

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Eine 24-jährige Frau mit bekannter Ileitis terminalis Crohn in Remission stellte sich mit rechtsseitigen Unterbauchschmerzen in der Notaufnahme vor. Klinisch zeigte sich dort eine Druckdolenz und laborchemisch lediglich eine geringe Erhöhung des CRP-Wertes. Sonografisch war ein Konglomerat von verdickten Dünndarmschlingen nachweisbar. In Rücksprache mit dem Radiologen erfolgte in Anbetracht des jungen Patientenalters und unter Ausschluss von Komplikationen des Morbus Crohn eine zügige Bildgebung mithilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) (Abbildung). Diese offenbarte eine präterminale Kokarde bei ileo-ilealer Invagination. In der explorativen Laparotomie wurde die Invagination mechanisch gelöst. Sieben Tage später erschien die Patientin erneut mit Bauchbeschwerden und Übelkeit. Das Blutbild zeigte eine milde Leukozytose und die Sonografie eine Kokarde von verdickten Ileumschlingen bei einer Rezidiv-Invagination. In einer Relaparoskopie wurde der Befund bestätigt und das betroffene Ileumsegment reseziert. Eine Invagination bei Morbus Crohn wird selten beschrieben, entweder postoperativ oder bei Dünndarmtumoren. Sonografie und MRT haben eine hohe Detektionsrate. Eine Invagination sollte bei akuten Bauchschmerzen als Differenzialdiagnose bedacht werden.

PD Dr. med. Rüdiger Stephan Görtz, Prof. Dr. med. Raja Atreya,
Prof. Dr. med. Markus F. Neurath,
Medizinische Klinik 1,
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, ruediger.goertz@fau.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Goertz RS, Atreya R, Neurath MF: Recurrent ileal invagination in Crohn’s disease. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 146.
DOI: 10.3238/arztebl.2020.0146

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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