ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2000Krankenhäuser und Internet: Viele Chancen ungenutzt

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Krankenhäuser und Internet: Viele Chancen ungenutzt

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Fast alle deutschen Krankenhäuser verfügen zwar über einen Internet-Zugang, nutzen die damit verbundenen Möglichkeiten aber nicht aus. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die das Centrum für Krankenhausmanagement (CKM) in Münster durchgeführt hat. Die von der Bertelsmann Stiftung und der Universität Münster getragene Einrichtung befragte dazu Ärzte sowie Pflege- und Verwaltungspersonal aus verschiedenen Krankenhäusern. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Krankenhäuser das Internet fast nur für Marketing-Auftritte über die Homepage und für Recherchen nutzen. Zu ähnlichen Ergebnissen war auch eine Umfrage des Deutschen Ärzteblattes gekommen, in der Akzeptanz und Nutzung der neuen Medien bei den Ärzten untersucht wurden. Danach setzen Krankenhausärzte das Internet vor allem dazu ein, gezielt nach wissenschaftlichen Informationen und Fachliteratur zu recherchieren, während zum Beispiel die Suche nach Herstellern und Produkten (noch) kaum eine Rolle spielt. Weithin unbekannt scheint nach den Analysen des CKM zu sein, dass die neue Technologie vor allem für den Einkauf und die Logistik - in den so genannten Business-to-business-Prozessen - erhebliche Potenziale bietet: Kosten können deutlich gesenkt und die Effizienz gesteigert werden, beispielsweise durch elektronische Bestellungen von Medikalprodukten, durch die Abwicklung des Zahlungsverkehrs über das Internet oder durch elektronische Einkaufsverbünde zwischen mehreren Häusern. Auch der Patienten-Service der Krankenhäuser ließe sich über das Internet ausbauen und erheblich verbessern. An erster Stelle stehen hier Informationen über Krankheiten und Therapieangebote. Denkbar sind aber auch eine elektronische Terminvergabe, bei der sich die Patienten selbst ihren Krankenhaustermin besorgen können, Chatrooms für den direkten Kontakt zwischen Patienten und Ärzten oder elektronische Auskunftsdienste für Angehörige. Heike Krüger-Brand
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