ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2020Krankenhausschließungen: Spahn wünscht sich mehr Mut bei Debatte

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Krankenhausschließungen: Spahn wünscht sich mehr Mut bei Debatte

Dtsch Arztebl 2020; 117(9): A-416 / B-364 / C-352

dpa

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Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) sieht Strukturprobleme in der Krankenhausversorgung. Foto: picture alliance/Christian Charisius/dpa
Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) sieht Strukturprobleme in der Krankenhausversorgung. Foto: picture alliance/Christian Charisius/dpa

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat sich für die künftige Krankenhausplanung in den Regionen mehr Mut von der Kommunalpolitik gewünscht. Fehlendes Geld sei nicht das Hauptproblem bei der Krankenhausfinanzierung, sagte er vor Ärzten und Pflegern der Asklepios-Klinik in Hamburg-Harburg. „Das Problem ist doch eher eine Struktur, die nicht effizient ist.“ So traue sich keiner, die Entscheidung zu treffen, was eigentlich eine ideale Versorgungsstruktur wäre. Die Krankenhausstrukturdebatte müsse mehr an der Qualität statt an der Entfernung ausgerichtet sein. „Es ist wichtig, dass Krankenhäuser gut erreichbar sind“, betonte Spahn. Die Kliniken müssten aber auch gut sein. „Ich möchte keine Krankenhäuser mehr haben (...), wo nur fünf Pankreas-Operationen oder zehn Prostata-Operationen im Jahr stattfinden“, erklärte der Minister. Die Qualität dieser Eingriffe könne niemals so gut sein wie in einem Haus, wo die gleichen Operationen zehn Mal am Tag gemacht werden. dpa

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Alexander.Korte
am Sonntag, 1. März 2020, 10:31

Krankenhausschließungen, Bettenabbau....

Spahn will noch mehr Betten abbauen, obwohl sich aktuell abzeichnet, wie dringend wir Reservebetten für den Fall von Epidemien brauchen.

Warum eine kleine urologische Belegklinik, in der ein erfahrener Facharzt persönlich 10 Prostatae pro Jahr operiert und betreut schlechter sein soll als eine Massenklinik mit Fließbandabfertigung und zwangsläufig mehreren Operateuren unterschiedlichen Ausbildungsstabdes und unterschiedlicher Qualität, ist nicht nachvollziehbar. Anscheinend gibt es im BGM ein wie auch immer motiviertes Interesse zu suggerieren, daß die Kollegen, die sich dem System der Massenabfertigung entziehen, auf einmal schlechtere Arbeit abliefern. Ich will es gar nicht leugnen, dass es die kleinen Klitschen gibt, in denen unmotivierte frustrierte Chefärzte auf Ihren Ruhestand warten und ihre Patienten vernachlässigen. So etwas habe ich schon in den 90er Jahren als studentische Aushilfe sehen müssen. Das hat aber mit fehlenden Qualitätskontrollen zu tun und nichts mit der Größe einer Klinik und schon gar nicht mit Fallzahlen und Operationszahlen, die bekanntermaßen gerade in großen Häusern häufig bar jeder Ethik aus rein monetären Gründen in die Höhe getrieben werden.

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