ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2020Qualitätssicherung: Hausärzte betreffen Hälfte der Patientenberichte

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Qualitätssicherung: Hausärzte betreffen Hälfte der Patientenberichte

Dtsch Arztebl 2020; 117(9): A-418

Hillienhof, Arne

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Wie es in der ambulanten Versorgung um die Patientensicherheit steht, hat eine Arbeitsgruppe um den Marburger Gesundheitsversorgungsforscher Max Geraedts untersucht. Er hat dafür 10 000 Personen über 39 Jahren befragt, die zufällig ausgewählt worden waren. „Die Ergebnisse können helfen, kritische Situationen zu erkennen und gezielte Maßnahmen zur Vermeidung von Problemen zu entwickeln“, sagte Geraedts, der seine Ergebnisse im Fachmagazin British Medical Journal Open (DOI 10.1136/bmj open-2019-034617) veröffentlicht hat. Demnach berichteten 14 Prozent der Teilnehmer über Probleme, die aufgetreten seien, nachdem sie niedergelassene Ärzte konsultiert hatten. Bei 61 Prozent davon ging es um unzureichend erhobene Vorgeschichten der Patienten oder um unzulängliche Diagnostik. In 75 Prozent der Fälle klagten die Betroffenen über schädliche Folgen wie unnötig lang anhaltende Schmerzen oder die Verschlechterung ihres Gesundheitszustands, die laut der Wahrnehmung der Patienten auf Probleme bei der Behandlung zurückgingen. Bei 35 Prozent der Vorkommnisse kam es demnach zu dauerhaften Schäden, 31 Prozent lösten weitere Arztbesuche, 14 Prozent Notfallbehandlungen und zehn Prozent Kranken­haus­auf­enthalte aus. Auf Allgemeinmediziner entfielen 44 Prozent der Patientenberichte, auf Orthopäden 15 Prozent und auf Internisten zehn Prozent. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) begrüßte die Erhebung und rief dazu auf, die Ergebnisse konstruktiv zu nutzen, um Verbesserungen zu entwickeln und umzusetzen. „Im APS sind wir davon überzeugt, dass es von unschätzbarem Wert ist, die Patienten selbst einzubeziehen, um die Sicherheit in der Versorgung zu bewerten und zu verbessern“, sagte Marcel Weigand, Generalsekretär des APS. Eine Bürgerbefragung zur Abschätzung der Größenordnung von Patientensicherheitsproblemen im ambulanten Bereich sei „folgerichtig“. hil

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