ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2020Krebsmedikamente: Zugang in Deutschland schneller als in anderen Ländern

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Krebsmedikamente: Zugang in Deutschland schneller als in anderen Ländern

Dtsch Arztebl 2020; 117(9): A-420 / B-366 / C-354

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Neue Onkologika stehen Patienten nach der EU-Zulassung im europäischen Durchschnitt nach 445 Tagen zur Verfügung. Foto: picture alliance/Phanie
Neue Onkologika stehen Patienten nach der EU-Zulassung im europäischen Durchschnitt nach 445 Tagen zur Verfügung. Foto: picture alliance/Phanie

In Deutschland stehen neue onkologische Medikamente für Patienten schneller bereit als in jedem anderen europäischen Land – im Durchschnitt 82 Tage nach der europäischen Zulassung. Zu diesem Ergebnis kommt das Wissenschaftliche Institut der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (WIP). Demnach braucht der Marktzugang in den Niederlanden 163 Tage und in der Schweiz 309 Tage. Der europäische Durchschnitt liegt bei 445 Tagen. Zudem sind laut WIP in keinem anderen Land in Europa so viele neuentwickelte Krebsmedikamente verfügbar. Von den 31 in den Jahren 2015 bis 2017 zugelassenen onkologischen Arzneimitteln sind in Deutschland 30 auf dem Markt. Zum Vergleich: Niederlande (29), Schweiz (27), Finnland (21), Spanien (19), Norwegen (17), Estland (6), Polen (5).

Ähnlich wie bei den onkologischen Präparaten verhält es sich der Analyse nach bei Orphan Drugs. „In keinem anderen europäischen Land sind Orphan Drugs bereits so schnell nach der Zulassung auf dem Markt wie in Deutschland. Im Durchschnitt dauert es nur 113 Tage. Bereits bei der zweitplatzierten Schweiz sind es mit 207 Tagen fast doppelt so viele Tage. Der EU-Durchschnitt beträgt 493 Tage“, schreiben die WIP-Autoren. Gründe für die rasche und umfassende Verfügbarkeit der Präparate in Deutschland sind dem WIP zufolge die Attraktivität des Pharmamarktes Deutschland für die forschenden Pharmaunternehmen sowie „die sehr gute medizinische Infrastruktur, die bei vielen neuen onkologischen Präparaten unerlässlich ist“. Von besonderer Bedeutung sei zudem, dass die Erstattung der Arzneimittel in Deutschland bereits erfolge, bevor der Gemeinsame Bundes­aus­schuss eine frühe Nutzenbewertung vorgenommen habe. In anderen Ländern seien diese Bewertungen zum Teil eine Voraussetzung dafür, dass Ärzte die Präparate anwenden dürften – die Arzneimittel seien daher oft erst nach einem langwierigen Prozess verfügbar. hi

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Avatar #751684
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am Sonntag, 1. März 2020, 07:19

Es gibt nicht nur negatives zu verzeichnen beim Deutschen Gesundheitswesen.

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