ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2020Quote in Aufsichtsräten: Wer sie fördert, wer sie ablehnt

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Quote in Aufsichtsräten: Wer sie fördert, wer sie ablehnt

Dtsch Arztebl 2020; 117(9): [4]

Glöser, Sabine

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Foto: Quote_Wolfilser stock.adobe.com
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Zum Thema Frauenquote in Aufsichtsräten haben Frauen und Männer höchst unterschiedliche Auffassungen. Während Männer, die im oberen Management tätig sind, die Frauenquote am stärksten ablehnen, unterstützen alleinstehende Frauen, die selbst eine Führungsposition innehaben, die Frauenquote am meisten. Zu diesem Schluss ist zumindest ein Forscherteam der Universitäten Mannheim und Göttingen in einer Studie gekommen. Die Wissenschaftlerinnen untersuchten individuelle und arbeitsplatzspezifische Faktoren für die Unterstützung der Frauenquote. Anhand der Daten des German Internet Panels, einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung, werteten sie insgesamt Daten von 2 544 Befragten im Alter von 16 bis 75 Jahren aus.

Den Ergebnissen zufolge lehnen Männer im Top-Management die Quote stärker ab als Männer, die im mittleren Management arbeiten oder gar keine Führungsposition innehaben. Im Gegensatz dazu unterstützen Frauen, die selbst in einer Führungsposition tätig sind, die Quote besonders stark. „Die Daten zeigen, dass die Geschlechterquote bei jenen auf die stärkste Ablehnung stößt, die sich durch diese Maßnahme ausgegrenzt fühlen oder ihre zukünftigen Arbeitsmarktchancen gefährdet sehen“, sagte Prof. Céline Teney vom Institut für Soziologie der Universität Göttingen.

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Neben dem Geschlecht und der eigenen Position auf dem Arbeitsmarkt zählte bei Männern auch das Alter zu den entscheidenden Faktoren. Demnach lehnen insbesondere jüngere Männer die Frauenquote ab. Darüber hinaus unterstützen sowohl Frauen als auch Männer die Quote stärker, wenn sie wahrnehmen, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt ungleich behandelt werden. „Die eigene Wahrnehmung von Ungleichheiten und persönliche Erfahrungen spielen eine wesentliche Rolle bei der Bewertung von Gleichstellungsmaßnahmen“, folgerte Prof. Katja Möhring von der Universität Mannheim.

Die Studie ist in der Fachzeitschrift Soziale Welt (2019) erschienen (doi: 10.5771/0038–6073–2019–2–121). sg

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