ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2020Auch hilfreich bei klinisch unklaren Zoster-Fällen
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Bei den dargestellten Laboruntersuchungen sollten bei der serologischen Diagnostik der Varizella-Zoster-Virus(VZA)-Infektion der Stellenwert der nicht erwähnten VZV-IgA-Antikörper hervorgehoben werden (1). Während bei der akuten Primärinfektion (Windpocken) meist IgM- und oft auch IgA-Antikörper nachweisbar sind, fehlt die IgM-Antikörper-Antwort bei der reaktivierten VZV-Infektion (Herpes zoster) in 50–65 % der Fälle (2, 3). Hier findet man aber meist neben den obligaten VZA-IgG-Antikörpern ein bis vier Wochen nach Krankheitsbeginn VZV-IgA-Antikörper (2, 3). Diese können drei bis sechs Monate persistieren. In zwei Studien lag die Sensitivität der VZA-IgA-Antikörper beim Herpes zoster bei 67–94 % (3, 4), die Spezifität ist mit 94 % hoch (4).

Daher ist die VZV-Serologie auch hilfreich bei atypischen oder klinisch unklaren Zoster-Fällen wie dem „Herpes sine herpete“, bei dem die typischen Bläschen fehlen, oder der Zoster-Enzephalitis.

Allerdings können VZA-IgA-Antikörper und auch VZV-DNA im Serum immer wieder auch bei asymptomatischen Personen nachgewiesen werden (subklinische Reaktivierung). Der Varizellen-DNA-Nachweis (PCR) im Liquor oder im Bläscheninhalt ist hochsensitiv, aber im ambulanten Bereich keine kassenärztliche Leistung.

Noch experimentell ist der Nachweis VZV-spezifischer CD4-T-Zellen, der in einer Studie eine 100 %ige Spezifität und nahezu 100 %ige Sensitivität zeigte (4).

DOI: 10.3238/arztebl.2020.0175a

Dr. med. Bernd Maire

Labor Staber, Heilbronn

b.maire@labor-staber.de

1.
Heckmann JG, Urban PP, Pitz S, Guntinas-Lichius O, Gágyor I: The diagnosis and treatment of idiopathic facial paresis (Bell´s palsy). Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 692–702 VOLLTEXT
2.
Preiser W, Rabenau HF, Doerr HW: Varizella-Zoster-Virus (VZV). In: Preiser W, Rabenau HF, Doerr HW: Viren – Viruserkrankungen: Synopsis der Epidemiologie, Klinik, Diagnostik und Therapie viraler Erkrankungen. Steinen: Zett-Verlag 2002; 196–8.
3.
Opstelten W, van Loon AM, Schuller M, et al.: Clinical diagnosis of herpes zoster in family practice. Ann Fam Med 2007; 5: 305–9 CrossRef MEDLINE PubMed Central
4.
Schub D, Janssen E, Leyking S, et al.: Altered phenotype and functionality of varicella zoster virus–speciӿc cellular immunity in individuals with active infection. J Infect Dis 2015; 211: 600–12 CrossRef MEDLINE
1.Heckmann JG, Urban PP, Pitz S, Guntinas-Lichius O, Gágyor I: The diagnosis and treatment of idiopathic facial paresis (Bell´s palsy). Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 692–702 VOLLTEXT
2.Preiser W, Rabenau HF, Doerr HW: Varizella-Zoster-Virus (VZV). In: Preiser W, Rabenau HF, Doerr HW: Viren – Viruserkrankungen: Synopsis der Epidemiologie, Klinik, Diagnostik und Therapie viraler Erkrankungen. Steinen: Zett-Verlag 2002; 196–8.
3.Opstelten W, van Loon AM, Schuller M, et al.: Clinical diagnosis of herpes zoster in family practice. Ann Fam Med 2007; 5: 305–9 CrossRef MEDLINE PubMed Central
4.Schub D, Janssen E, Leyking S, et al.: Altered phenotype and functionality of varicella zoster virus–speciӿc cellular immunity in individuals with active infection. J Infect Dis 2015; 211: 600–12 CrossRef MEDLINE

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