ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2020Öko­nomi­sierung: Parodie
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So sehr das Plädoyer von Dr. Peter T. Ulrich für eine humanistische Medizin anstelle rigoroser ökonomistischer Hegemonie zu begrüßen ist ... , so klar die Absage in der Headline: „Medizin braucht mehr Theorie“. Als sei der antikapitalistische Theorie-Schatz zu mager oder irrelevant, besagt die redaktionell insinuierte Titel-Wahl: vollends alle Überbleibsel empathischer, prohumanistischer Medizin, die „wir-uns-nicht-leisten-können“, zu eliminieren bzw. „auszuschaffen“ – ins Abseits namens „Theorie“, unbedingt fort aus der radikal-utilitaristischen Alltagspraxis, hinweg in die Sphären der Festreden, Jubilarsfeiern, Ehrenhaine, akademischen Ethik-Seminare oder in die virtuelle Wunschverwurstung des industriellen Entertainment per Smart-Schnulli. Dergestalt macht das Ärzteblatt aus noblem Kommentar mittels Titel handkehrum krasse Parodie – mehr zum Heulen als Vergnügen.

Dr. med. B. Lichtenstein, 70565 Stuttgart

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