ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2020Test auf SARS-CoV-2: Ärzte entscheiden, Kassen übernehmen die Kosten

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Test auf SARS-CoV-2: Ärzte entscheiden, Kassen übernehmen die Kosten

Dtsch Arztebl 2020; 117(10): A-470

Eckert, Nadine; Maybaum, Thorsten

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Die Labore untersuchen Verdachtsfälle auf das neuartige Coronavirus. Mehr Informationen zur Epidemie gibt es auf aerzteblatt.de: http://daebl.deNZ54. Foto: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa
Die Labore untersuchen Verdachtsfälle auf das neuartige Coronavirus. Mehr Informationen zur Epidemie gibt es auf aerzteblatt.de: http://daebl.deNZ54. Foto: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa

Das Coronavirus SARS-CoV-2 breitet sich in Deutschland weiter aus. Um das Ansteckungsrisiko zu verringern, wurden jetzt die Indikationskriterien zur Testung auf das Virus ausgeweitet. Das teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) mit. Bislang hatten die Kassen die Kosten für Tests nur bei Patienten übernommen, die entweder Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten oder innerhalb der vergangenen 14 Tage in einem vom Robert Koch-Institut (RKI) genannten Risikogebiet gewesen sind und entsprechende Symptome aufwiesen. Mit der neuen Regelung obliegt die Entscheidung den Ärzten, ob ein Patient getestet werden soll oder nicht. Als Orientierungshilfe dient das Schema des RKI zur Verdachtsabklärung, das auf den Internetseiten des RKI, der KBV und auch in dieser Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes (Seite 491) enthalten ist. Die Tests können laut KBV in allen Laboren ausgewertet werden. Konkret entnimmt beispielsweise der Hausarzt dem Patienten einen Rachenabstrich und sendet das Ganze dann zur Auswertung an ein Labor. Erst kurz zuvor hatte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) betont, es gelte die derzeit herrschende Unsicherheit in den Praxen für die Testung auf SARS-CoV-2 aus dem Weg zu schaffen. Viele Ärzte fragten sich momentan, in welchen Fällen sie testen könnten und ob dies dann auch von den Kassen erstattet werde, sagte der Minister. Das müsse sich schnellstmöglich ändern, so Spahn. Wenn ein Arzt die Testung auf SARS-CoV-2 als indiziert ansehe, dann müsse die Krankenkasse dafür auch aufkommen. Spahn erklärte auch, dass er Kassenärztliche Vereinigungen und Ärztekammern in der Pflicht sieht, Ärzte über den Umgang mit SARS-CoV-2 zu informieren. Dies finde zwar bereits statt. Es müsse aber mehrfach und kontinuierlich geschehen, um alle Praxen und Ärzte zu erreichen. nec/may

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