ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2020Peter Tschentscher: Laborarzt, der Wahlen gewinnt

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Peter Tschentscher: Laborarzt, der Wahlen gewinnt

Korzilius, Heike

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Peter Tschentscher. Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress
Peter Tschentscher. Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress

Dr. med. Peter Tschentscher bleibt Erster Bürgermeister von Hamburg. Die SPD, der er seit 1989 angehört, errang bei der Bürgerschaftswahl am 23. Februar mit 39 Prozent der Stimmen einen Sieg, von dem die Bundespartei nur träumen kann. Tschentscher gilt als Mann der Mitte, der kompetent und pragmatisch auftritt und eher mit Sachlichkeit als mit Visionen punkten will.

Von Hause aus ist der 54-Jährige Arzt. Nach dem Studium der Medizin und Molekularbiologie in Hamburg war er von 1994 bis 2011 am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) tätig. Er absolvierte dort seine Weiterbildung zum Facharzt für Laboratoriumsmedizin. 2008 habilitierte ihn die
Medizinische Fakultät der Universität Hamburg. Zuletzt arbeitete Tschen-tscher als Oberarzt und Privatdozent im Diagnostikzentrum des UKE.

Neben dem Beruf engagierte er sich lange Jahre ehrenamtlich in der Politik, unter anderem als Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg-Nord und von 2008 bis 2011 als Abgeordneter der Hamburgischen Bürgerschaft. Den Wechsel in die Berufspolitik vollzog Tschentscher 2011, als er Finanzsenator im Kabinett von Olaf Scholz (SPD) wurde. Scholz ging 2018 als Bundesfinanzminister nach Berlin und Tschen-tscher folgte ihm im Amt des Ersten Bürgermeisters nach. Wie das Wahlergebnis zeigt, ist es ihm in der kurzen Zeit offenbar gelungen, mit seiner Politik zu überzeugen.

Tschentscher wurde in Bremen geboren und wuchs im niedersächsischen Oldenburg auf. Er ist verheiratet, hat einen erwachsenen Sohn und lebt seit vielen Jahren mit seiner Frau im ehemaligen Arbeiterstadtteil Barmbek. Heike Korzilius

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