ArchivDÄ-TitelSupplement: PerspektivenSUPPLEMENT: Onkologie 1/2020Krebsrisiko: Bei Frauen und Männern unterschiedlich ausgeprägt

SUPPLEMENT: Perspektiven der Onkologie

Krebsrisiko: Bei Frauen und Männern unterschiedlich ausgeprägt

Kindler-Röhrborn, Andrea

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Die Analyse der Faktoren, die das geschlechtsspezifische Tumorrisiko determinieren, ist eine unabdingbare Voraussetzung für eine personalisierte Tumormedizin. Ein Beitrag über Hintergründe und Perspektiven.

Foto: Monster Ztudio stock.adobe.com
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Krebserkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Ihre Inzidenz wurde 2018 auf etwa 18 Millionen Fälle weltweit geschätzt; davon entfallen 9,5 Millionen auf Männer und 8,6 Millionen auf Frauen. Die altersstandardisierten Raten betragen 218,6/100 000 Männer und 182,6/100 000 Frauen, sodass circa 20 % mehr Männer als Frauen weltweit an Krebs erkranken (1).

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Wenn man von den Tumoren der Geschlechtsorgane und der weiblichen Brustdrüse absieht, zeigen die meisten Krebserkrankungen eine Präferenz für das männliche Geschlecht, so zum Beispiel die Karzinome der Lunge, der Harnblase, der Speiseröhre, der Leber und des Magens (Grafik 1). Diese Ungleichheit könnte Ansatzpunkte zur Aufklärung der Ätiologie dieser Erkrankungen und damit zur Tumorprävention bieten. Trotzdem existieren nur wenige Veröffentlichungen, die sich mit den Gründen des männlichen Überwiegens der Krebserkrankungen beschäftigen.

Altersstandardisierte weltweite Inzidenzraten (ASR) der 10 häufigsten Malignome für Männer und Frauen (nach [1])
Grafik 1
Altersstandardisierte weltweite Inzidenzraten (ASR) der 10 häufigsten Malignome für Männer und Frauen (nach [1])

In einer Studie aus 2012, die sich auf den Zeitraum 1998–2002 in 60 Ländern auf 5 Kontinenten bezieht und 35 verschiedene Tumorentitäten betrachtet, wurde klar, dass Malignome von nur 3 Organen bei Frauen höhere Inzidenzen aufwiesen als bei Männern:

  • Schilddrüsenkarzinom (Inzidenz 3:1),
  • Analkarzinom (Inzidenz 1,2:1),
  • Gallenblasen-/Gallenwegskarzimom (Inzidenz 1,1:1).

Bei den übrigen 32 Organen war das Verhältnis umgekehrt und variierte je nach Tumorentität zwischen 6,4 und 1,2 (2).

Einflussfaktoren

Ähnliche Daten sind 2009 in den USA erhoben worden, jedoch wurden hier 3 verschiedene Zeitfenster betrachtet, und zwar 1975–1984, 1985–1994 und 1995–2004, sodass zeitliche Schwankungen des Verhältnisses der Inzidenz bei Männern gegenüber Frauen betrachtet werden konnten. Eine der stärksten Veränderungen betrifft das Bronchialkarzinom, dessen Gesamtinzidenz zwar um circa 50 % kleiner wurde, geschlechtsspezifisch aber gegenläufig war. Einer Senkung der Inzidenz bei Männern steht ein deutlicher Anstieg bei den Frauen gegenüber (3). Insgesamt liegt das Verhältnis der Krebsinzidenzen bei Frauen und Männern in dieser Studie unter Ausschluss von Tumoren des Reproduktionstraktes und der weiblichen Brust im Mittel bei 1,77.

Eine weitere Studie, die die 10 häufigsten Krebserkrankungen in Großbritannien betrachtet, kommt unter den gleichen Bedingungen zu einem Faktor von 1,56 und zeigt außerdem, dass das Verhältnis von Krebsinzidenzraten auch vom Erkrankungsalter abhängt (4).

In Deutschland wurde die Inzidenz von Krebserkrankungen im Jahr 2013 auf 482 470 geschätzt, davon entfielen 229 900 auf Frauen und 252 600 auf Männer, die altersstandardisierten Raten betrugen 351,2 beziehungsweise 434,1/100 000, sodass davon auszugehen ist, dass ähnlich der weltweiten Rate 23 % mehr Männer als Frauen an Krebs erkrankten. Wenn die Krebserkrankungen des Reproduktionstrakts und der weiblichen Brust nicht berücksichtigt werden, erkranken Männer 1,7-mal häufiger an Krebs als Frauen (5). Grafik 2 zeigt die geschlechtsspezifischen Unterschiede für 15 Tumorentitäten.

Geschlechtsspezifische Inzidenz und Mortalität der 15 am häufigsten vorkommenden Malignome in Deutschland
Grafik 2
Geschlechtsspezifische Inzidenz und Mortalität der 15 am häufigsten vorkommenden Malignome in Deutschland

Tumorpräventionsforschung

Es überrascht, dass die zum Teil extrem konsistenten Geschlechterunterschiede des Krebsrisikos mit der Ausnahme weniger seltener Tumorentitäten unabhängig von der geografischen Lokalisation der Betroffenen, der Prosperität der verschiedenen Regionen und der Ethnien bestehen (2).

Wie bei allen nicht übertragbaren Krankheiten ist davon auszugehen, dass Krebserkrankungen sich durch ein Zusammenspiel zwischen der genetischen Konstitution der Individuen mit exogenen Faktoren entwickeln. Das bedeutet, dass die Entstehung bösartiger Tumoren sowohl von Lebensstilfaktoren im weitesten Sinne als auch von genetischen und anderen individuellen Faktoren, wie dem Alter, abhängt.

Es ist offensichtlich, dass das Verhalten von Männern und Frauen im Hinblick auf die Berufswahl, die Ernährung, den Umgang mit Tabak und Alkohol sowie die Inanspruchnahme von Krankheitspräventionsmaßnahmen stark differiert. Zusätzlich zu diesen dem soziokulturellen Geschlecht (Gender) zugehörigen Faktoren unterscheiden sich Männer und Frauen im Hinblick auf Determinanten, die mit dem biologischen Geschlecht (Sex) assoziiert sind.

Obwohl die Krebsmortalität deutlich gesunken ist, sind für die meisten Tumoren weder die konkreten Ursachen bekannt noch stehen kurative Behandlungen zur Verfügung. Dies macht die Bedeutung einer effektiven Tumorpräventionsforschung deutlich, die sich definitiv auf beide Geschlechter beziehen sollte. Entsprechende Forschungsansätze konzentrieren sich sowohl auf die mit der Umwelt beziehungsweise dem Lebensstil assoziierten Determinanten des Krebsrisikos (z. B. ionisierende Strahlung, Asbest, Tabakrauch, Aflatoxine in Nahrungsmitteln, Arsen im Trinkwasser, Viren, Bakterien und Parasiten) (6) als auch auf die genetischen Faktoren, die das Erkrankungsrisiko, den Krankheitsverlauf und das Therapieansprechen beeinflussen.

Die Analyse der Faktoren, die das geschlechtsspezifische Tumorrisiko determinieren, ist eine unabdingbare Voraussetzung für geschlechtergetrennte Tumorpräventionsstrategien und für eine im wahren Sinne personalisierte Tumormedizin.

Lebensstilfaktoren

Die Welt­gesund­heits­organi­sation WHO geht heute davon aus, dass rund 30 % aller Krebsfälle auf ungünstige Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten sowie auf Zigaretten- und Alkoholgenuss zurückzuführen sind (6). Wie die „Nationale Verzehrstudie“ (7) gezeigt hat, ist das Essverhalten von Männern und Frauen in Deutschland vor allem auch im Hinblick auf die Bevorzugung bestimmter Lebensmittel stark unterschiedlich. Während es jedoch nach wie vor umstritten ist, ob beziehungsweise inwieweit die Auswahl von Lebensmitteln das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen beeinflusst, gilt es als sicher, dass Übergewicht das Risiko gegenüber verschiedenen Krebsformen erhöht.

Insgesamt waren in Deutschland im Jahr 2013 66 % der Männer und 51 % der Frauen (18–80 Jahre) übergewichtig (BMI über 25 kg/m2), sodass rein zahlenmäßig die mit Übergewicht/Adipositas assoziierten Karzinome (Speiseröhre, Dick- und Enddarm, Niere) häufiger Männer betreffen (8). Darüber hinaus entwickeln übergewichtige Frauen diese Tumoren in geringerem Ausmaß als Männer (9, 10).

Seit Langem ist als Hauptrisikofaktor für den Lungenkrebs Tabakrauch bekannt. Im Jahr 2015 rauchten in Deutschland circa 25 % der Erwachsenen (älter als 18 Jahre), davon 30 % der Männer und 20 % der Frauen. Bei Männern sind vermutlich 9 von 10, bei Frauen mindestens 6 von 10 Lungenkrebserkrankungen auf das aktive Rauchen – insbesondere Zigarettenrauchen – zurückzuführen (11).

Die jetzt bestehende deutliche Divergenz der Inzidenz des Bronchialkarzinoms bei Männern und Frauen ist jedoch vor allem der Tatsache geschuldet, dass bis in die 1960er-Jahre circa 5-mal weniger Frauen geraucht haben als heute. Während die Neuerkrankungsrate bei Männern seit Ende der 1980er-Jahre nur noch langsam steigt, nimmt sie bei Frauen weiterhin kontinuierlich stark zu, sodass sie bei jüngeren Frauen und Männern inzwischen fast identisch ist.

Regelmäßiger Alkoholkonsum ist in den westlichen Industrieländern für einen beträchtlichen Teil der Krebserkrankungen (mit)verantwortlich. Für Frauen liegen die Grenzwerte für den maximalen Alkoholkonsum, die als noch unbedenklich gelten, bei 10 g Alkohol/Tag und für Männer bei 20 g Alkohol/Tag (12). In einer Studie, die sich auf Deutschland bezieht, wird geschätzt, dass diese Grenze etwa bei 19 % der Männer und bei 13 % der Frauen im Alter von 35–84 Jahren überschritten wird.

Der hohe Alkoholkonsum führt zu circa 10 000 zusätzlichen Krebsfällen, was 2,2 % aller Malignome entspricht. Davon entfallen 3,4 % auf Männer und 0,7 % auf Frauen. Die Differenz zwischen den Geschlechtern kommt hauptsächlich dadurch zustande, dass der Alkoholkonsum von Frauen geringer ist als bei Männern, und damit auch in geringerem Maße über dem empfohlenen Grenzwert liegt (13).

Die Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchen für Tumoren, die beide Geschlechter betreffen (Darmkrebs, Hautkrebs) war in der Vergangenheit und ist derzeit bei Männern und Frauen ähnlich, sodass deren Akzeptanz nicht zum geschlechtsabhängigen Krebsrisiko beizutragen scheint (14, 15, 16, 17).

Berufliche Exposition

Auch die unterschiedliche Berufswahl zwischen Männern und Frauen kann zu einem unterschiedlichen Krebsrisiko führen, obwohl heutzutage stringente Sicherheitsvorschriften zum Schutz der Beschäftigten am Arbeitsplatz vor krebsauslösenden Stoffen zu befolgen sind (18).

In diesem Zusammenhang steht auch die Geschlechterdifferenz des Pleuramesothelioms (männlich zu weiblich = 4–5:1). In den allermeisten Fällen besteht eine Assoziation mit einer (meist beruflichen) Asbestexposition. Trotz langjährigen Asbestverarbeitungsverbots steigt aufgrund der langen Latenzzeit (Mittel: 50 Jahre) die Anzahl der Mesotheliomfälle noch stetig an.

Asbest ist im vergangenen Jahrhundert sowohl im industriellen Bereich (Schiffsindustrie, Bergwerke, Hoch- und Tiefbau, Dachdeckergewerbe, Eisenbahn) als auch im privaten Bereich verarbeitet worden. Heutzutage sind in erster Linie Männer betroffen, die beruflich mit diesem Baustoff in Berührung kamen. Allerdings: Es sind nicht nur Erkrankungen bei den Arbeitern, sondern auch bei deren Familienmitgliedern bekannt – beispielsweise Ehefrauen, die beim Waschen regelmäßig Kontakt mit der Arbeitskleidung hatten (19).

Genetische Determinanten

Genetisch bedingte Unterschiede in der Anatomie und Physiologie sowie im Verhalten zwischen männlichen und weiblichen Individuen sind für viele Wirbeltierspezies charakteristisch. Diese beziehen sich beim Menschen jedoch nicht nur auf physiologische Merkmale, sondern auch auf die Häufigkeit und das Erscheinungsbild von Erkrankungen. Die unterschiedlichen geschlechtsabhängigen Inzidenzen bösartiger Tumoren sind häufig weder vom Alter, der geografischen Lokalisation noch der Ethnie abhängig. Dies spricht stark dafür, dass das unterschiedliche Tumorrisiko von genetischen Faktoren beeinflusst wird.

In diesem Zusammenhang spielen auch die Geschlechtschromosomen (XX bzw. XY) eine Rolle. Bei Frauen wird sehr früh während der Embryonalentwicklung entweder das von der Mutter oder vom Vater geerbte X-Chromosom in den Zellen durch einen Zufallsprozess irreversibel inaktiviert. Das heißt, dass nur die Gene des jeweils aktiven X-Chromosoms abgelesen werden und damit die Information zum Bau der entsprechenden Proteine liefern.

Etwa 15 % der X-chromosomalen Gene können dem Inaktivierungsvorgang jedoch entkommen, wodurch bei Frauen gegenüber Männern, die nur ein X-Chromosom haben, bis zur doppelten Menge des entsprechenden Proteins hergestellt wird. Die Folge sind gravierende Unterschiede im Stoffwechsel zwischen Frauen und Männern. Diese Konstellation spielt eine wichtige Rolle bei Krebserkrankungen, denn auf dem X-Chromosom liegen einige Tumorsuppressorgene, deren Inaktivierung bei Frauen auf dem zweiten X-Chromosom nicht komplett ist. Wenn eines dieser Gene durch eine Mutation ausfällt, reicht die zweite normale Kopie, um die Entstehung eines bösartigen Tumors bei Frauen zu verhindern. Bei Männern ist „physiologisch“ keine zweite Genkopie vorhanden, sodass neoplastisches Wachstum einsetzen kann.

In einer entsprechenden Studie wurde die DNA von über 4 000 Genomen von 21 Tumorentitäten untersucht. Von 800 Genen waren 6 bei Tumoren von Männern signifikant häufiger mutiert beziehungsweise funktionell außer Gefecht gesetzt als bei Frauen. Bei 5 dieser Gene ist bekannt, dass sie der Inaktivierung auf dem zweiten X-Chromosom entkommen. Die Expression dieser Gene von beiden X-Chromosomen bei Frauen erklärt zumindest einen Teil ihrer geringeren Krebsinzidenz (14) .

Die meisten Gene in der geschlechtsbestimmenden Region auf dem Y-Chromosom sind nicht nur im Reproduktionstrakt, sondern auch in anderen Geweben exprimiert. Es konnte gezeigt werden, dass regulatorische DNA-Sequenzen auf dem Y-Chromosom die genomweite Genexpression modulieren (15). Bei einer Subklasse von hepatozellulären Karzinomen (HCC) wird das Y-chromosomale Protoonkogen TSPY exprimiert. Eine hohe Expression von TSPY ist mit einer niedrigen Überlebensrate assoziiert. Dies scheint die Folge einer TPSY-bedingten Hochregulierung einer Reihe von zellzyklusaktivierenden und Wachstumsfaktorrezeptor-Genen zu sein, womit TSPY offenbar ein männerspezifischer genetischer Risikofaktor für das HCC ist (20).

Im menschlichen autosomalen Genom gibt es viele Polymorphismen. Nicht miteinander verwandte Individuen unterscheiden sich etwa in 3×106 Einzelnukleotiden. Diese genetische Variabilität sorgt allelspezifisch für eine große Anzahl menschlicher Unterschiede wie bei der Haarfarbe, Anzahl der Leukozyten oder Blutdruck, aber auch bei komplexeren Merkmalen wie der Suszeptibilität gegenüber bestimmten Erkrankungen.

Im Gegensatz zu den Geschlechtschromosomen ist das autosomale Genom bei beiden Geschlechtern gleich, was die DNA-Sequenz und damit die Genstruktur und die Anzahl der Polymorphismen betrifft. Was sich zwischen Männern und Frauen unterscheidet ist das „regulatorische Genom“ (21). Das bedeutet, dass die Aktivität (Transkription bzw. Translation) vieler autosomaler Gene in Geweben, die nicht zum Reproduktionstrakt gehören, bei Männern und Frauen unterschiedlich ist.

Die geschlechtsspezifische Regulation der Genaktivität ist häufig hormonell bedingt. Regulatorische DNA-Sequenzen wie zum Beispiel Genpromotoren können EREs („estrogen responsive elements“) aufweisen, an die Östrogenrezeptoren binden. Eine Vorrausetzung dafür ist aber, dass der Rezeptor vorher Östrogen bindet, dessen Spiegel im weiblichen Organismus prämenopausal um ein Vielfaches höher ist als bei Männern. Umgekehrt existieren im Genom auch AREs („androgen responsive elements“), an die der Androgenrezeptor nach Bindung von Testosteron „andocken“ kann. Auf diese Weise können hormonell bedingt geschlechtsabhängige Genexpressionen entstehen, die die Grundlage für anatomische, physiologische und Verhaltensunterschiede bilden, jedoch auch Erkrankungsrisiken beeinflussen können.

Dies gilt auch für das Risiko gegenüber Tumorerkrankungen. So bewirkt eine natürlich vorkommende genetische Variante (Polymorphismus) in einem regulatorischen DNA-Element des krebsfördernden MDM2-Gens einen geschlechtsspezifischen Effekt auf die Entstehung von Tumoren des lymphatischen Systems (B-Zell-Lymphome), des Muskelgewebes (Weichteilsarkome) und des Dickdarms.

Bei Frauen vor der Menopause, die diese genetische Variante geerbt haben, treten solche Tumorentitäten häufiger auf als bei postmenopausalen Frauen beziehungsweise bei Frauen ohne diesen Polymorphismus (22). Männer mit derselben genetischen Variante haben kein erhöhtes Risiko, an diesen Tumoren zu erkranken.

Diese Beobachtungen können darauf zurückgeführt werden, dass der Östrogenrezeptor, der durch die Bindung an das regulatorische Element die Aktivität des MDM2-Gens erhöht, besser binden kann, wenn der Polymorphismus vorhanden ist und somit die Tumorentstehung gefördert wird. Das Phänomen wird bei postmenopausalen Frauen und Männern nicht beobachtet, weil hier die Östrogenspiegel zu niedrig sind.

Diese Befunde haben eine wichtige Bedeutung für Frauen, die diese genetische Variante tragen, im Hinblick auf eine postmenopausale Hormontherapie, die ihr Krebsrisiko beträchtlich steigern könnte. Andererseits sollte es möglich sein, das Fortschreiten der genannten Tumorerkrankungen bei diesen Frauen durch eine Senkung des Östrogenspiegels zu verlangsamen.

Dieses Beispiel stellt einen „Kandidatengenforschungsansatz“ dar. Der Geschlechtseffekt der Variante in der regulatorischen Sequenz des MDM2-Gens wurde entdeckt, nachdem MDM2 als ein mögliches, das Krebsrisiko modifizierendes Gen verifiziert worden war. Dabei werden Varianten von Genen, die aufgrund ihrer physiologischen Rolle „verdächtig“ sind, im Hinblick auf ihren Beitrag zum Krebsrisiko untersucht.

Eine weitere Möglichkeit, Genvarianten zu finden, die das Krebsrisiko geschlechtsspezifisch beeinflussen, sind genomweite Assoziationsstudien (GWAS). Dabei wird an großen Kohorten von Patienten untersucht, ob beliebig im Genom lokalisierte Einzelnukleotidpolymorphismen mit einem Erkrankungsrisiko in Zusammenhang stehen.

Zum Beispiel entsteht das klarzellige Nierenzellkarzinom 2-mal häufiger bei Männern als bei Frauen. Dieser Unterschied findet sich unabhängig von Altersgruppen, geografischer Lokalisation und Ethnien. Dass bei dieser Erkrankung genetische Faktoren eine Rolle spielen, ist hinreichend bekannt (23). Eine für Männer und Frauen getrennte genomweite Assoziationsanalyse ergab 3 verschiedene Einzelnukleotid-Polymorphismen, die bei Männern mit dem Risiko, an diesem Tumor zu erkranken, assoziiert waren, während sie bei Frauen keinen Effekt zeigten. Ein weiterer Einzelnukleotid-Polymorphismus zeigte den umgekehrten Effekt, nämlich eine Assoziation mit dem weiblichen, aber nicht dem männlichen Risiko (24).

Sowohl die Suche nach Kandidatengenen als auch genomweite Assoziationsstudien stoßen jedoch an Grenzen. Bei vielen „hochverdächtigen“ Kandidatengenen wurden keine Zusammenhänge gefunden. Mithilfe von GWAS konnten interessante, mit dem Krebsrisiko assoziierte Sequenzvarianten identifiziert werden. Durch die genetische Heterogenität und unterschiedliche Lebensführung der Probanden sind jedoch sehr große Stichproben notwendig. Hinzu kommt, dass die identifizierten SNPs zum Teil räumlich weit von Genen, auf die sie Einfluss nehmen, entfernt liegen; somit ist nicht klar, auf welche Art und Weise das Krebsrisiko beeinflusst werden könnte. Außerdem wurden die Daten vieler Studien nicht geschlechtergetrennt ausgewertet, sodass es nicht möglich ist, geschlechtsspezifische Krebspräventionsansätze abzuleiten.

Tierstudien

Eine andere Möglichkeit, Gene zu finden, die mit dem geschlechtsspezifischen Krebsrisiko assoziiert sind, besteht in der Verwendung von Studien an Versuchstieren.

Auch bei ingezüchteten Ratten- und Mausstämmem entstehen – spontan oder durch karzinogene Noxen ausgelöst – Tumoren mit Geschlechtspräferenz (21), sodass die Identifizierung von Genen, die im ursächlichen Zusammenhang mit dem geschlechtsspezifischen Krebsrisiko stehen, möglich sein sollte. Ein großer Vorteil der Arbeiten mit ingezüchteten Tierstämmen ist, dass:

  • sie unter standardisierten Lebensbedingungen gehalten werden, womit exogene geschlechtsspezifische Einflussgrößen stark reduziert sind,
  • der genetische Hintergrund der einzelnen Individuen eines ingezüchteten Stammes identisch ist.

Eine interessante Studie zeigte, dass bestimmte Mausstämme experimentell induzierte Leberzellkarzinome entwickeln, die – ähnlich wie beim Menschen – fast ausschließlich bei männlichen Tieren auftreten. Dabei spielen Sexualhormone eine wichtige Rolle: Östrogen wirkte protektiv und Testosteron tumorfördernd. Der zugrunde liegende Mechanismus war jedoch nicht klar. Es stellte sich heraus, dass Foxa1/2-Transkriptionsfaktoren durch Interaktion mit dem Östogen- und Androgerezeptor spezifische Signalwege anstoßen, die die Geschlechtsspezifität der Tumoren bedingen (25). Wurden die Foxa1/2-Gene in den gleichen Mäusen deletiert, drehte sich die Geschlechtsspezifität komplett um, sodass die weiblichen Tiere betroffen waren.

Auch bei Frauen, die bestimmte Einzelnukleotid-Polymorphismen in Bindungsstellen für FoxA1/2 tragen, war die Affinität für den Östrogenrezeptor herabgesetzt und korrelierte mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko für ein Leberzellkarzinom (26).

Fazit

  • Die meisten Tumorentitäten entwickeln sich häufiger bei Männern als bei Frauen.
  • Das geschlechtsspezifisch unterschiedliche Tumorrisiko hat sowohl soziokulturelle als auch genetisch bedingte Gründe.
  • Unterschiedliche Lebensstile, Berufe und weitere soziokulturelle Faktoren spielen eine wichtige Rolle.
  • X-chromosomale Gene können bei Frauen doppelt so aktiv sein wie bei Männern, die zusätzlich Y-chromosomale Gene aufweisen. Durch hormonelle Einflüsse unterscheidet sich die Aktivität der Gene auf den Autosomen bei Männern und Frauen.
  • Genomweite Assoziationsanalysen sollen langfristig dazu beitragen, die biologischen Basismechanismen aufzuklären, die das Tumorrisiko – und seine Geschlechtsspezifität – bewirken.
  • Die Translation der Ergebnisse aus Tierversuchen könnte Ansatzpunkte für eine wirkungsvolle geschlechtsspezifische Prävention und/oder therapeutische Intervention für Tumorerkrankungen liefern.

DOI:10.3238/PersOnko.2020.03.13.02

Priv.-Doz. Dr. med. Andrea Kindler-Röhrborn
Arbeitsgruppe Molekulargenetische Tumorpräventionsforschung;
Institut für Pathologie am Universitätsklinikum Essen

Interessenkonflikt: Die Autorin erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Literatur im Internet:
www.aerzteblatt.de/lit1120

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