ArchivDÄ-TitelSupplement: PerspektivenSUPPLEMENT: Onkologie 1/2020Brustkrebs: Wissen generierende Versorgung – Curriculum als Blaupause

SUPPLEMENT: Perspektiven der Onkologie

Brustkrebs: Wissen generierende Versorgung – Curriculum als Blaupause

Schmutzler, Rita

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Die genomische Medizin, die erstmals zielgerichtete Präventions- und Therapiestrategien ermöglicht, erfordert neue Konzepte der Evidenzgenerierung. So sind zum Beispiel prospektiv randomisierte Studien aufgrund begrenzter Fallzahlen oder – im Fall der Prävention – aufgrund sehr langer Studiendauern häufig nicht umsetzbar.

Daher setzt sich gegenwärtig das Konzept der Wissen generierenden Versorgung durch, das die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) in einem Positionspapier formuliert hat und das eine ergebnisorientierte Evaluation erfordert. Um dieses Konzept allen Menschen flächendeckend zugänglich zu machen, ist eine vernetzte Versorgung mit Überwindung der Sektorengrenzen anzustreben ebenso wie die Dissemination des Wissens an die Primärbehandler.

Ein Beispiel für die Notwendigkeit einer solchen Versorgungsstruktur ist das erblich bedingte Mammakarzinom (circa 30 % der Fälle weisen eine familiäre Häufung auf), dessen Aufdeckung weitreichende Folgen für die Behandlung und Prävention hat. Besondere Relevanz erfahren die genetischen Testungen durch die kürzlichen Zulassungen von PARP-Inhibitoren zur adjuvanten Behandlung von Mamma- und Ovarialkarzinom. Voraussetzung für die Keimbahndiagnostik ist eine umfassende Aufklärung und Beratung der Patientin.

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Das Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs an der Uniklinik Köln hat daher exemplarisch ein Curriculum für die vernetzte Versorgung entwickelt, das es erlaubt, die spezialisierte Versorgung für Personen mit einer familiären Belastung für diese Tumorentitäten in der Fläche auszuweiten.

Das Konzept umfasst eine halbtägige Schulung mit Wissensabfrage sowie eine praktische Lehreinheit im Sinne einer Hospitation. Die Evaluationsergebnisse, die auf dem Deutschen Krebskongress im Februar 2020 vorgestellt wurden, belegen ein großes Interesse und eine hohe Zufriedenheit mit dem Lernangebot, das zum Aufbau eines flächendeckenden Versorgungsnetzes durch das Konsortium der 21 spezialisierten Zentren auf hohem Niveau geführt hat. Dieses Konzept könnte als Blaupause für die Umsetzung weiterer Wissen generierender Versorgungskonzepte dienen.

Prof. Dr. med. Rita Schmutzler
Koordinatorin des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs, Universitätsklinik Köln

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