SUPPLEMENT: Perspektiven der Onkologie

Biosimilars: Die Akzeptanz wächst

Zylka-Menhorn, Vera

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Nachahmerprodukte von Biologika haben inzwischen einen hohen Anteil an der Therapie von Krebspatienten. Die nachfolgenden aktuellen Statistiken komplettieren die dreiteilige Serie „Biosimilars in der Onkologie“.

Fotos: kichigin19 stock.adobe.com
Fotos: kichigin19 stock.adobe.com

Dem Arzneiverordnungsreport (AVR) 2019 zufolge ist der Gesamtumsatz für Biologika in den vergangenen 12 Jahren kontinuierlich gestiegen. Er lag 2018 bei 13,8 Milliarden Euro und hat sich damit seit 2007 verdreifacht. 92,5 % des Umsatzes entfallen auf Originalpräparate. Der Anteil der Biosimilars (7,5 %) nehme allerdings stetig zu, schreiben die Autoren des AVR.

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Aufgrund der biotechnologischen Produktionsbedingungen kann ein Biosimilar dem Original nur ähnlich – nicht gleich – sein (Mikroheterogenität). Daher sind die Zulassungsverfahren und Überwachungsmaßnahmen im Vergleich mit Generika aufwendiger. Die meisten Biosimilar-Anbieter haben aber bereits langjährige Erfahrung in der Produktion von Biotech-Medikamenten. Anfängliche Vorbehalte bezüglich der mit dem Originalpräparat vergleichbaren Wirksamkeit und Sicherheit konnten durch Stellungnahmen von Zulassungsbehörden und medizinischen/pharmazeutischen Fachgesellschaften weitgehend ausgeräumt werden. Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars sind in Deutschland 52 Biosimilars in verschiedenen biosimilaren Wirkstoffgruppen zugelassen (Kasten).

In Deutschland zugelassene biosimilare Wirkstoffgruppen
Kasten
In Deutschland zugelassene biosimilare Wirkstoffgruppen

Sie erreichen im Durchschnitt einen Versorgungsanteil von 54,4 %, wobei je Präparat und Zulassungszeitpunkt deutliche Unterschiede bestehen. Spitzenreiter ist Rituximab (81,5 %), Schlusslicht das – allerdings erst 2019 zugelassene – Teriparatid (1,2 %).

Zu den 2020 aus dem Patentschutz laufenden Onkologika gehört der „Topseller“ Bevacizumab. Der monoklonale Antikörper, der als Avastin® in Kombination mit einer Chemotherapie bei verschiedenen Tumorerkrankungen eingesetzt wird, verliert Mitte Juni sein Patent. Die europäische Arzneimittelagentur EMA hat bereits jetzt 2 Biosimilars von Bevacizumab zugelassen. Weitere Hersteller stehen in den Startlöchern.

Was wissen Ärzte über Biosimilars?

Eine kleine (nicht repräsentative) Umfrage unter 77 klinisch tätigen Onkologinnen und Onkologen belegt, dass das Informationsbedürfnis groß ist. Schon bei der Frage, was ein Biosimilar eigentlich ist, wiesen 74 % der Ärzte Lücken auf: Die meisten wussten den Begriff zwar einzuordnen, konnten jedoch keine zufriedenstellende Definition formulieren. In 40,3 % der Fälle wurden Biosimilars sogar fälschlicherweise mit generischen Präparaten gleichgesetzt. Eine gute Nutzen-Risiko-Relation und Kosteneffektivität sind die wichtigsten Argumente für die Verschreibung eines Biosimilars. Des Weiteren interessant: Insofern ein Biosimilar als beliebig austauschbar galt, erhöhte sich auch die Bereitschaft der Ärzte, dieses zukünftig anzuwenden.

DOI:10.3238/PersOnko.2020.03.13.03

Dr. med Vera Zylka-Menhorn

Quelle: Cook JW, et al.: Academic oncology clinicians’ understanding of biosimilars and information needed before prescribing. Ther Adv Med Oncol 2019; 11: 1–12.

In Deutschland zugelassene biosimilare Wirkstoffgruppen
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In Deutschland zugelassene biosimilare Wirkstoffgruppen

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