ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2020Psychotherapie mit Geflüchteten: Sprachmittlung ist ein Problem

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Psychotherapie mit Geflüchteten: Sprachmittlung ist ein Problem

Hillienhof, Arne

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Fehlende Finanzierungsregelungen und der Mangel an qualifizierten Sprachmittlern sind Hauptprobleme bei der ambulanten Psychotherapie von Geflüchteten. Das berichten die Landesärzte- und die Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg nach einer Umfrage bei niedergelassenen psychologischen und ärztlichen Psychotherapeuten. In der Umfrage gaben 56 Prozent der Befragten an, dass sie Psychotherapien auf Englisch durchführen. 53 Prozent setzen Sprachmittler ein. Aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit kann nur ein Drittel dabei ausschließlich auf Sprachmittler zurückgreifen, die explizit für den Einsatz in der Psychotherapie geschult sind. Die beiden Kammern setzen sich zusammen mit „refugio stuttgart“, einem psychosozialen Zentrum für traumatisierte Flüchtlinge, dafür ein, zusätzliche Qualifizierungsmöglichkeiten für Sprachmittler zu schaffen, die eine Zertifizierung für den Einsatz in der Psychotherapie beinhalten.

Ein weiteres Problem ist die Finanzierung der Sprachmittlerleistungen: „Die Kosten für Sprachmittlung werden von den Krankenkassen nicht übernommen, und es gibt keine alternative einheitliche Lösung für die Finanzierung des Sprachmittler-Einsatzes“, hieß es aus den Kammern. Dies führe dazu, dass Sprachmittler zum Teil nicht bezahlt werden oder dass Psychotherapeuten diese Kosten selbst übernehmen. Die Organisationen fordern die Landesregierung daher auf, bis auf Weiteres die Kosten für die Sprachmittlung zu übernehmen. hil

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