ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2020MDK-Prüfungen: Bürokratisches Mauern
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Das Kürzel MDK lässt wahrscheinlich auch bei fast allen Kollegen und Kolleginnen in der Niederlassung den Blutdruck steigen. Was mich seit 26 Jahren am meisten ärgert, ist die totale Verweigerung einer anständigen fachlichen Auseinandersetzung durch konsequente Anonymität. Wenn ich irgendeine Pille verschreibe, steht auf dem Rezept mein Name, meine Adresse, Telefonnummer, lebenslange Arztnummer und v. a. auch meine Qualifikation. Wenn die Krankenkasse mir mitteilt, dass der MDK eine Leistung abschmettert, steht da – nix! Weder Name, Telefonnummer und schon gleich gar nicht der Nachweis irgendeiner Kompetenz.

Ich habe seit Jahren den Verdacht, dass es sich beim MDK nicht um „Ärzte“ im eigentlichen Sinn handelt, sondern um ehemalige Medizinstudenten, die es vermeiden möchten, in die Niederungen der Patientenversorgung abzusteigen.

Bis vor einem Jahr noch bekam ich wenigstens auf meine Anträge für die Psychotherapie eine „Stellungnahme des Gutachters“, mit Namen und Qualifikation. Zumindest die TK verweigert mir das seit einem Jahr trotz dreimaliger Nachfrage, sodass ich den Verdacht habe, dass der Antrag gar nicht mehr weitergereicht wird. Aber gegen bürokratische(s) Mauern kämpfen Sie genauso aussichtslos wie Don Quichotte gegen Windmühlen.

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Dass selbst ein Chefarzt einer psychiatrischen Fachklinik nicht dagegen ankommt, macht mich fassungslos.

Dr. med. Fritz-Ulrich Deuringer, 76698 Ubstadt-Weiher

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