ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2020Alte Menschen: Autobiografische Filme gegen Demenz und Depressionen

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Alte Menschen: Autobiografische Filme gegen Demenz und Depressionen

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Psychologen und Neuropsychiater um Emma Francis vom Institute of Psychiatry, Psychology and Neuro-science in London haben eine neue Methode getestet, um das Wohlbefinden älterer Personen mit Demenz, Depressionen und Ängsten zu verbessern. Sie entwickelten zusammen mit elf hochbetagten (im Schnitt 90 Jahre alten), dementen Frauen, die in Seniorenheimen lebten, und deren Angehörigen einen 30-minütigen Film über das Leben der Frauen. Darin ging es unter anderem um deren Kindheit und Jugend, Beruf, Hobbys, Reisen, Heirat, Kinder und Enkel. Für den Film wurden private Fotos, Sequenzen aus Privatfilmen sowie Interviews mit den Angehörigen verwendet. Anschließend wurde der Film den Frauen 32 Wochen lang mindestens zweimal wöchentlich von Pflegekräften gezeigt. Vor, während und nach der Intervention erfassten die Autoren das Ausmaß an Demenz, Depressionen, Ängsten und anderen neuropsychiatrischen Symptomen bei den Frauen.

„Die Demenz und die begleitenden Symptome konnten mithilfe der Filmintervention deutlich verbessert werden“, so die Autoren. Zudem berichteten die Pflegekräfte, dass sie die Seniorinnen durch die Filme besser kennengelernt hätten, was sich positiv auf ihre Beziehungen zu ihnen auswirkte. Sie setzten die Filme nach dem Ende der Untersuchung weiterhin als therapeutische Methode ein, um die Seniorinnen aufzuheitern, abzulenken oder zu beruhigen. ms

Francis ER, Smith JG, Qayyum M, Lee J, Woodgate P, Lawrence RM: Biographical films as a person centered approach to reduce neuropsychiatric symptoms of dementia in residential care. Journal of Clinical Psychology 2020; 76 (1): 137–45.

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