ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2020Coronavirus: Informationen für Ärztinnen und Ärzte unter www.kbv.de

AKTUELL

Coronavirus: Informationen für Ärztinnen und Ärzte unter www.kbv.de

Dtsch Arztebl 2020; 117(12): A-572

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Foto: Alissa Eckert/MS
Foto: Alissa Eckert/MS

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) informiert unter
www.kbv.de/html/coronavirus.php auf einer eigenen Themenseite über den Umgang mit dem Coronavirus. Haben Ärztinnen und Ärzte den Verdacht, dass ein Patient an einer SARS-CoV-2-Infektion leidet, veranlassen sie den entsprechenden Labortest wie gewohnt mit einer Laborüberweisung (Muster 10) bei ihrem Labor. Dieses leitet die Probe weiter an ein Labor für virologische Spezialdiagnostik. Die Abstrich-Untersuchungen erfolgen mit dem etablierten PCR-Verfahren. Der Test wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Die KBV weist darauf hin, dass es derzeit keinen „Schnelltest“ gibt, mit dem das Coronavirus zuverlässig nachgewiesen werden kann.

Anzeige

Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, alle begründeten Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus dem örtlichen Gesundheitsamt zu melden. Die Meldung – inklusive dem Namen und den Kontaktdaten der betroffenen Person – muss innerhalb von 24 Stunden erfolgen.

Alle ärztlichen Leistungen, die aufgrund des klinischen Verdachts auf eine Infektion oder einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus erforderlich sind, werden seit 1. Februar in voller Höhe extrabudgetär bezahlt. Wichtig für die Abrechnung ist, dass die Ärzte alle diese Fälle mit der Ziffer 88240 kennzeichnen.

Ärzte können seit dem 9. März Patienten mit einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege telefonisch eine AU-Bescheinigung für bis zu einer Woche ausstellen. Voraussetzung ist, dass kein Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht. Die Sonderregelung gilt vorerst für vier Wochen. Das Ausstellen einer Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung (AU-Bescheinigung, Muster 1) ist Bestandteil der Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale. Dies gilt auch, wenn sie telefonisch erfolgt. Voraussetzung für die Abrechnung der Pauschale ist, dass der Patient mindestens einmal in dem Quartal in der Praxis war oder einen Arztkontakt per Videosprechstunde hatte. Ist das nicht der Fall, rechnet die Praxis für das Ausstellen der AU-Bescheinigung per Telefon die Gebührenordnungsposition (GOP) 01435 ab. Für das Porto kann die GOP 40122 abgerechnet werden.

Für den Fall, dass die üblichen Lieferanten keine Schutzausrüstung mehr beschaffen können, besorgt das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium zentral Ausrüstungen für Arztpraxen, Krankenhäuser und Behörden. Sobald das notwendige Material zur Verfügung steht, verteilen die Kassenärztlichen Vereinigungen die Produkte in den Regionen.

Wer seinen Patienten Videosprechstunden anbieten will, wählt einen zertifizierten Videodienstanbieter aus, der für einen reibungslosen und sicheren technischen Ablauf der Videosprechstunde sorgt. Arzt und Patient benötigen im Wesentlichen einen Bildschirm mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher sowie eine Internetverbindung. Eine zusätzliche Software ist nicht erforderlich.

Wird der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt oder Quarantäne angeordnet, besteht grundsätzlich Anspruch auf Entschädigung (§ 56 Infektionsschutzgesetz). Dies gilt für Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer. Voraussetzung für Entschädigungsansprüche ist das Verbot der Erwerbstätigkeit aus infektionsschutzrechtlichen Gründen oder die Anordnung von Quarantäne. Die Abläufe, zum Beispiel bei der Antragstellung, bestimmt die zuständige Behörde.

Angesichts der Corona-Krise haben die KBV und die Bundesvertretung der Medizinstudierenden die Studierenden aufgerufen, die Patientenservicestellen unter 116117 personell zu unterstützen. EB

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema