ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2020SARS-CoV-2: Impfung gegen Lungeninfektionen auch jetzt noch sinnvoll

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SARS-CoV-2: Impfung gegen Lungeninfektionen auch jetzt noch sinnvoll

Dtsch Arztebl 2020; 117(12): A-570 / B-494

Eckert, Nadine

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Schutz vor Komplikationen bei einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus versprechen Impfungen gegen Pneumokokken, Influenza und Keuchhusten. Foto: picture alliance/Bildagentur-online
Schutz vor Komplikationen bei einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus versprechen Impfungen gegen Pneumokokken, Influenza und Keuchhusten. Foto: picture alliance/Bildagentur-online

Älteren und vorerkrankten Menschen empfehlen die Behörden, sich gegen Pneumokokken, Influenza und Keuchhusten impfen zu lassen. Im Fall einer Infektion mit SARS-CoV-2 soll dies Komplikationen verringern. Apotheker warnen allerdings, dass diese Empfehlungen womöglich bald nicht mehr umsetzbar sein könnten, weil die Impfstoffe ausgehen.

Viele Menschen wollten die Gelegenheit wahrnehmen, sich mit einer Impfung vor anderen Lungeninfektionen zu schützen. In der Folge sei bei einigen Herstellern bereits jetzt die Hälfte des Jahreslagerbestandes abverkauft, berichtete das Fachportal Apotheke Adhoc am 13. März.

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Teils herrscht allerdings auch Unsicherheit, ob alte und kranke Patienten ausgerechnet jetzt noch gegen Pneumokokken, Influenza und Keuchhusten geimpft werden sollten. Derartige Bedenken zerstreute jedoch Prof. Dr. med. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin in einem Podcast-Interview mit dem NDR. Patienten seien nach einer Influenza-Impfung nicht anfälliger für andere Viren. Solange nicht bereits eine Virusinfektion bestehe, sei auch nicht von einer Impfung abzuraten. „Es ist nie schädlich, sich gegen die Grippe impfen zu lassen“, betonte Drosten. Auch der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Prof. Dr. med. vet. Lothar Wieler, hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass Impfungen, die vor Lungeninfektionen schützen, in dieser Zeit von besonderer Bedeutung seien. Eine bereits mit einem Krankheitserreger befallene Lunge könne auch noch von einem weiteren Erreger – etwa SARS-CoV-2 – angegriffen werden. Eine derartige Komplikation würde die Behandlung erschweren und die Betroffenen besonders gefährden, heißt es auch bei der Berliner Senatsgesundheitsverwaltung. nec

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