ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2020Krankenhäuser: Weg von der Gewinnorientierung
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Die aus dem System der DRG herzuleitende Einsparung von Personalkosten führt nicht nur zu einem Mangel an Ärzten, die sich um die Ausbildung von Studenten kümmern. Es fehlt vor allem an Ärzten, die sich um eine profunde Weiterbildung von Assistenzärzten kümmern. Wie sollen denn nicht ausgebildete Assistenzärzte die Ausbildung von Studenten leisten? Es geht nicht nur um die Ärztegeneration von morgen, es geht um die Ärztegeneration von heute.

Mangels Anleitung herrscht vielerorts das Prinzip „Learning by Doing“, Logbücher werden frisiert, Zeit für den direkten Patientenkontakt, das Sinnspendende der ärztlichen Arbeit, ist Mangelware. Dafür wird dokumentiert, was das Zeug hält, werden Diagnosen (auf Anweisung) manipuliert, damit es sich für das Haus rechnet, werden Überstunden en masse abgeleistet, für die man sich dann noch rechtfertigen muss. Anerkennung für die geleistete Arbeit? Fehlanzeige.

Damit gewinnt man keinen Nachwuchs.

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Ursprünglich motivierte und engagierte jungen Menschen driften ab in Erschöpfung, Frustration, Unzufriedenheit mit dem Beruf, Ausstiegsgedanken ...

Wollen und können wir uns das leisten? Es braucht eine breite Information der nichtmedizinischen Öffentlichkeit darüber, wie krank dieses System ist. Es braucht unser aller Aufschrei. Es braucht unser aller Boykott der bestehenden Verhältnisse. Es braucht Wege weg von der Gewinnorientierung. Das jetzige System fährt gegen die Wand.

Dr. med. Christiane Lasius-Haase, 27798 Hude

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