ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2020Multiresistente Keime: Bayerische Initiative zur Entwicklung neuer Antibiotika

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Multiresistente Keime: Bayerische Initiative zur Entwicklung neuer Antibiotika

Dtsch Arztebl 2020; 117(12): A-613 / B-526

Hillienhof, Arne

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Mit Hochdurchsatzverfahren und maschinellem Lernen sollen neue Formen von Antibiotika selektiv gegen bestimmte Erreger entwickelt werden. Foto: Grycaj/stock.adobe.com
Mit Hochdurchsatzverfahren und maschinellem Lernen sollen neue Formen von Antibiotika selektiv gegen bestimmte Erreger entwickelt werden. Foto: Grycaj/stock.adobe.com

Ein bayerisches Forschungsnetzwerk will neue Therapieansätze gegen multiresistente Keime entwickeln. Das Land investiert dafür in den kommenden fünf Jahren mehr als zehn Millionen Euro in die Initiative „Neue Strategien gegen multiresistente Krankheitserreger mittels digitaler Vernetzung“ (bayresq.net), wie Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) mitteilte.

Sechs interdisziplinäre Forschungsgruppen erhalten vom Land ab diesem Jahr für fünf Jahre jeweils jährlich bis zu 275 000 Euro für ihre Forschung.

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Dem Netzwerk gehören Forschungsgruppen der Universität Regensburg, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Technischen Universität München und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg an. Eingebunden sind Wissenschaftler verschiedener Disziplinen, insbesondere aus der Biologie, Bioinformatik, Chemie, Biophysik, Medizin und Mathematik.

Die Gruppen nutzen das Potenzial digitaler Methoden unter anderem, um neue Formen von Antibiotika selektiv gegen bestimmte Erreger zu richten und so andere Bakterienarten zu schonen, zum Beispiel Darmbakterien.

Mit Hilfe von Hochdurchsatzverfahren und maschinellem Lernen soll diese Anpassung automatisiert werden. Die Nutzung von Big Data soll auch neue Ansätze ermöglichen, so etwa Vorhersagen über die Antibiotikaresistenz und Virulenz von Bakterien anhand einer Analyse des Genoms.

Mit den Fördermitteln des Freistaats soll auch eine zentrale Datenplattform entstehen, die Forschungsgruppen nutzen können. „Dieses Forschungsnetzwerk zeigt, wie wir die Vorteile der Digitalisierung für den Fortschritt in der Medizin nutzen können“, sagte Sibler. hil

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