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Die Arbeit stellt wichtige Medikamente zusammen, die in der Schwangerschaft angewendet werden. Als Ersatz für Heparine bei Unverträglichkeit hat sich Fondaparinux bewährt (gute Erfahrungen bei über 1 000 Schwangeren). Häufig werden orale Eisenpräparate bei Eisenmangel verordnet, die gastrointestionale Störungen bewirken können. Deshalb sollten bevorzugt 500 mg Eisencarboxymaltose intravenös verabreicht werden (1). Auch die Gabe von Vitamin-D-Präparaten ist meist notwendig. Zur Schmerztherapie sollte Paracetamol oder Metamizol dem Ibuprofen vorgezogen werden, da bei Einnahme von Ibuprofen Fehlgeburten, kardiale Missbildungen oder Gastroschisis beobachtet wurden (2).

Citalopram sollte gemieden werden (zumindest im 3. Trimester), da es dadurch bei Neugeborenen auch zu Atemnot, Apnoe, Krampfanfällen, Hypoglykämie und Hypotonie kommen kann (2). Sertralin ist dem Citalopram vorzuziehen, wobei bei Einnahme im 3. Trimester eine pulmonale Hypertonie beim Neugeborenen auftreten kann (2). Amitriptyllin hat in hohen Dosen in tierexperimentellen Studien zur Reproduktionstoxizität geführt. Bei einer Einnahme von Amitriptyllin über einen Zeitraum von mehr als 3 Jahren von der Mutter kann eine Demenz entstehen (2, 3). Die eleganteste Vorgehensweise bei der Behandlung der Depression ist die Gabe von Tryptophan, wenn ein Tryptophanmangel vorliegen sollte.

Hydrochlorthiazid kann zu einer Störung der feto-plazentaren Perfusion und damit zu negativen Auswirkungen auf den Fetus wie Ikterus, Elekrolytverlust und Thrombozytopenien führen (2).

Auch Furosemid sollte nur vorübergehend eingesetzt werden, da sich im Tierversuch embryotoxische, teratogene Effekte zeigten (2). Besser ist eine gute Kompressionsbehandlung.

DOI: 10.3238/arztebl.2020.0220b

Prof. Dr. Dr. med. Holger Kiesewetter
Hämostaseologicum Berlin
info@haemostaseologicum.com

1.
Kiesewetter H, Hoppe B: Behandlung von Risikoschwangerschaften mit Ferinject. Berlin: 29. Kongress der DPMG 2019; Abstract CrossRef
2.
Rote Liste 2019, 59. Edition. ISBN-13:978–3–946057–42–0.
3.
Der Arzneimittelbrief. Jahrgang 53. Berlin: Westkreuz-Verlag 2019.
4.
Dathe K, Schaefer C: The use of medication in pregnancy. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 783–90 VOLLTEXT
1.Kiesewetter H, Hoppe B: Behandlung von Risikoschwangerschaften mit Ferinject. Berlin: 29. Kongress der DPMG 2019; Abstract CrossRef
2.Rote Liste 2019, 59. Edition. ISBN-13:978–3–946057–42–0.
3.Der Arzneimittelbrief. Jahrgang 53. Berlin: Westkreuz-Verlag 2019.
4.Dathe K, Schaefer C: The use of medication in pregnancy. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 783–90 VOLLTEXT

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