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Wir bedanken uns für die wichtigen Kommentare zur Umsetzbarkeit von Maßnahmen zur Gewährleistung und Verbesserung der Arznei­mittel­therapie­sicherheit (AMTS) bei der Behandlung mit oralen Antitumortherapeutika im klinischen Alltag sowie hinsichtlich möglicher negativer Auswirkungen dieser Maßnahmen.

Zunächst gilt es – wie bereits in unserer Übersichtsarbeit (1) ausgeführt – festzustellen, dass eine Vielzahl von Studien deutliche Defizite in der AMTS oraler Antitumortherapeutika belegt, woraus sich unseres Erachtens eindeutig die Konsequenz ergibt, dass hier zum Nutzen der Patienten gehandelt werden sollte. Die in unserer Arbeit herausgearbeiteten Problem- und Handlungsfelder ergeben sich größtenteils aus den Anforderungen der Fachinformationen, die von den pharmazeutischen Unternehmen im Einvernehmen mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erstellt werden und die die Verschreiber ohnehin regelhaft beachten sollten. Diese Informationen aus der Fachinformation wurden in unserer Übersichtsarbeit zusammengefasst und nicht neu erstellt.

Wir führen auch aus, dass hochwertige randomisierte Studien, die überprüfen, durch welche Maßnahmen die AMTS wirkungsvoll verbessert werden kann, selten sind. Hier besteht erheblicher Forschungsbedarf, der selbstverständlich auch einen möglichen Schaden einer neuen Maßnahme eruieren sollte.

Die bereits zitierte AMBORA-Versorgungsforschungsstudie (Deutsche Krebshilfe-Förder-Nr. 70112447/70112457, DRKS-ID DRKS00013271) (2) ist unser aktiver Beitrag, um zur Klärung des Umfeldes einer verbesserten Patientenbehandlung systematisch und strukturiert beizutragen. Die AMBORA-Zwischenergebnisse sind mit Blick auf wichtige Zielparameter vielversprechend (2).

Zusammengefasst dominieren aus unserer Sicht eindeutig die Risiken durch zu wenig AMTS bei oraler Antitumortherapie; selbstverständlich müssen auch Risiken und pharmakoökonomische Aspekte neu eingeführter Maßnahmen eruiert werden. Die Komplexizität der beschriebenen Problemfelder spricht unseres Erachtens dafür, zum Beispiel an spezialisierten Zentren (Comprehensive Cancer Centers) kompetente heilberufliche Ansprechpartner für AMTS zu etablieren, um Patienten mit oraler Antitumortherapie strukturiert zu betreuen.

DOI: 10.3238/arztebl.2020.0222b

Für die Autoren
Katja Schlichtig
Apotheke des Universitätsklinikums Erlangen
Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie
und Klinische Toxikologie
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
katja.schlichtig@fau.de

Interessenkonflikt
Die Autoren beider Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Schlichtig K, Dürr P, Dörje F, Fromm MF: New oral anti-cancer drugs and medication safety. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 775–82 VOLLTEXT
2.
Dürr P, Schlichtig K, Dörje F, Fromm MF: Medication safety in patients treated with new oral antitumor agents: a prospective, randomized investigation on the impact of intensified clinical pharmaceutical/clinical pharmacological care on patient safety and well-being (AMBORA-Study – supported by the German Cancer Aid (70112447)). Naunyn-Schmiedeberg‘s Arch Pharmacol 2019; 392: 14. (Abstract).
1.Schlichtig K, Dürr P, Dörje F, Fromm MF: New oral anti-cancer drugs and medication safety. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 775–82 VOLLTEXT
2.Dürr P, Schlichtig K, Dörje F, Fromm MF: Medication safety in patients treated with new oral antitumor agents: a prospective, randomized investigation on the impact of intensified clinical pharmaceutical/clinical pharmacological care on patient safety and well-being (AMBORA-Study – supported by the German Cancer Aid (70112447)). Naunyn-Schmiedeberg‘s Arch Pharmacol 2019; 392: 14. (Abstract).

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