ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2020Früh-Manifestation eines Posttransplantations-Lymphoms durch EBV-Erstinfektion im Rahmen einer Nierentransplantation

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Früh-Manifestation eines Posttransplantations-Lymphoms durch EBV-Erstinfektion im Rahmen einer Nierentransplantation

Early manifestation of post-transplantation leukemia due to an initial EBV infection in a kidney transplant recipient

Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 223; DOI: 10.3238/arztebl.2020.0223

Grahammer, Florian; Mahmud, Maida; Kluger, Malte A.

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a) keine pathologischen Skelett-Auffälligkeiten im Computertomogramm; b) unerwartete LWK-3-Anreicherung von F-18-FDG im PET-Computertomogramm
Abbildung
a) keine pathologischen Skelett-Auffälligkeiten im Computertomogramm; b) unerwartete LWK-3-Anreicherung von F-18-FDG im PET-Computertomogramm

Ein 39-jähriger Patient stellte sich drei Monate nach Nierentransplantation mit erheblicher Wasting-Symptomatik vor. Unter Immunsuppressivatherapie wurde eine Epstein-Barr-Virus(EBV)-Erstinfektion, mutmaßlich durch das Transplantat verursacht, mit relevanter Kopienzahl (4 700 Kopien/mL) nachgewiesen. Computertomografisch grenzten sich einige vergrößerte abdominelle Lymphknoten ab. Zur Planung einer operativen Probengewinnung erfolgte eine F-18-FDG-PET-Computertomografie, am stärksten reicherte hier der Lendenwirbelkörper 3 an, obwohl vorher der Befund in der Computertomografie unauffällig war (Abbildung a und b). Die Wirbelkörper-Biopsie zeigte dann die Manifestationen einer monomorphen B-Zell-Posttransplantations-lymphoproliferativen Erkrankung (PTLD), wie sie unter einer Calcineurininhibitortherapie, insbesondere bei EBV-negativen Organrezipienten, gehäuft auftritt. Unter reduzierter Immunsuppression ohne spezifisch antivirale Therapie besteht nach Chemotherapie mit Rituximab aktuell eine stabile Remission der PTLD. EBV-Infektionen sind häufig mit einem frühen Auftreten eines PTLD (sogenannte „early peak“) assoziiert. Die kumulative Inzidenz eines frühen PTLD innerhalb des ersten Jahres nach Nierentransplantation beträgt etwa 0,35 %, für EBV-seronegatve Empfänger ist dieses Risiko jedoch bis zu 10-fach erhöht.

PD Dr. med. Florian Grahammer, Dr. med. Maida Mahmud,
PD. Dr. med. Malte A. Kluger

III. Medizinische Klinik und Poliklinik
und Universitäres Transplantationszentrum (UTC)
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, m.kluger@uke.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Grahammer F, Mahmud M, Kluger MA:
Early manifestation of post-transplantation leukemia due to an initial EBV infection in a kidney transplant recipient.
Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 223. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0223

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

a) keine pathologischen Skelett-Auffälligkeiten im Computertomogramm; b) unerwartete LWK-3-Anreicherung von F-18-FDG im PET-Computertomogramm
Abbildung
a) keine pathologischen Skelett-Auffälligkeiten im Computertomogramm; b) unerwartete LWK-3-Anreicherung von F-18-FDG im PET-Computertomogramm

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