ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2020Robert Koch-Institut: Quarantäne-Empfehlungen für medizinisches Personal gelockert

AKTUELL

Robert Koch-Institut: Quarantäne-Empfehlungen für medizinisches Personal gelockert

Dtsch Arztebl 2020; 117(13): A-634

Eckert, Nadine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Mit den neuen Empfehlungen soll die Balance zwischen Praktikabilität und Patienten schutz gewahrt bleiben. Foto: picture alliance/Phanie
Mit den neuen Empfehlungen soll die Balance zwischen Praktikabilität und Patienten schutz gewahrt bleiben. Foto: picture alliance/Phanie

Das Robert Koch-Institut hat seine Empfehlungen für COVID-19-Kontaktpersonen unter medizinischem Personal an Situationen mit relevantem Personalmangel angepasst: „Medizinisches Personal muss künftig nach engem ungeschützten Kontakt zu COVID-19-Erkrankten weniger lange in Quarantäne und darf bei dringendem Bedarf in Klinik oder Praxis arbeiten, solange keine Symptome auftreten“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler.

Mit den neuen Empfehlungen „soll die Balance zwischen Praktikabilität und Patientenschutz gewahrt bleiben“, so Wieler. Er betonte, dass das Vorgehen möglichst mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgesprochen werden sollte und ausschließlich bei Personalmangel infrage komme.

Anzeige

Die Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter medizinischem Personal bei Personalmangel sind auf der Internetseite des RKI dargestellt und hängen vom Expositionsrisiko ab. War die Person bei dem Kontakt mit einem COVID-19-Patienten einem hohen Expositionsrisiko ausgesetzt, dazu gehört etwa der Kontakt mit Sekreten oder Aerosolen, erfolgt eine häusliche Quarantäne, die aber auf sieben Tage reduziert werden kann. Zeigt die Kontaktperson keine Symptome, kann sie anschließend mit Mund-Nasen-Schutz arbeiten.

In Ausnahmefällen sei auch eine Versorgung ausschließlich von COVID-19-Patienten denkbar, so das RKI in seinen Empfehlungen. Bis 14 Tage nach der Exposition soll sich die Kontaktperson selbst beobachten und Symptome dokumentieren. Treten Symptome auf, muss die betroffene Person sofort auf SARS-CoV-2 getestet werden.

Medizinisches Personal mit begrenztem Expositionsrisiko, zum Beispiel bei Kontakt unter zwei Meter zu COVID-19-Erkrankten ohne Schutzausrüstung oder mindestens 15 Minuten Face-to-Face-Kontakt, kann den Empfehlungen zufolge bei Symptomfreiheit mit Mund-Nasen-Schutz weiterarbeiten.

Falls möglich sollte aber der Einsatz dieser Personen in der Versorgung vulnerabler Patientengruppen vermieden werden. Auch hier gilt: Symptome dokumentieren und beim Auftreten von Beschwerden umgehend einen Test auf SARS-CoV-2 durchführen lassen. nec

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema