ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2020Randnotiz: Coronawaffe Alkohol

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Randnotiz: Coronawaffe Alkohol

Dtsch Arztebl 2020; 117(13): A-633 / B-541

Korzilius, Heike

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„Wir können noch eine Woche arbeiten, dann haben wir kein Desinfektionsmittel mehr.“ – In den Arztpraxen mangelt es daran noch immer, obwohl die Kassenärztliche Bundesvereinigung ebenso wie die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände betont, dass das Problem rein logistischer Natur sei. Seit Anfang März sei es den Apothekern zudem erlaubt, Desinfektionsmittel in der eigenen Apotheke selbst herzustellen.

Damit das knappe Gut nicht noch knapper wird, hat sich der französische Spirituosen-Hersteller Pernod Ricard jetzt zu einer ungewöhnlichen Spendenaktion entschlossen. Der Hersteller von Getränken wie Ramazzotti, Chivas Regal und Glenlivet hat einem der führenden französischen Produzenten von Desinfektionsgels für Apotheken 70 000 Liter reinen Alkohol geschenkt. Mit der Spende könnten etwa 1,8 Millionen 50-Milliliter-Fläschen Desinfektionsgel hergestellt werden, berichtete die Deutsche Presse-Agentur. Man wolle zum Kampf gegen das Coronavirus entsprechend der eigenen Fähigkeiten beitragen, wird Unternehmenschef Alexandre Ricard zitiert. Ob das cleveres Marketing oder echte Hilfe ist, lässt sich aus der Ferne schlecht sagen.

Sicher ist, dass die Coronakrise Dinge ermöglicht, die früher undenkbar erschienen. So hat die Stadt Düsseldorf im am heftigsten betroffenen Nordrhein-Westfalen ihren Verzicht auf die Parkgebühren in der Landeshauptstadt erklärt. Denn die Menschen sollten Bus und Bahn möglichst nur noch für unverzichtbare Fahrten nutzen. Wer das eigene Auto nimmt und damit sich und andere vor Ansteckung schützt, soll nicht auch noch zur Kasse gebeten werden.

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