ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2020Infektionsforschung: Europäisches Fallregister für COVID-19 im Aufbau

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Infektionsforschung: Europäisches Fallregister für COVID-19 im Aufbau

Hillienhof, Arne

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Die Sammlung klinischer Daten könnten eine entscheidende Hilfe für die Versorgung sein. Foto: Alterfalter/stock.adobe.com
Die Sammlung klinischer Daten könnten eine entscheidende Hilfe für die Versorgung sein. Foto: Alterfalter/stock.adobe.com

„Wann erkranken Patienten schwer nach einer Infektion mit dem neuen Coronavirus, wann kommen sie mit leichten Symptomen davon? Wie kann man sie bestmöglich behandeln?“ Um diese Fragen zu beantworten, haben die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) und das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) ein europäisches Fallregister aufgelegt, in dem klinische Daten für Patienten mit SARS-CoV-2 Infektion gesammelt werden sollen. Das „Lean European Open Survey for SARS-CoV-2 Infected Patients“ (LEOSS) soll unter anderem Daten zum Krankheitsverlauf und zur Schwere der Erkrankung bei verschiedenen Patientengruppen bereitstellen. LEOSS (https://leoss.net/) ist mehrsprachig – Studienzentren sind europaweit eingeladen, sich zu beteiligen. Die Dokumentation soll pro Patient maximal 25 Minuten in Anspruch nehmen. „Durch die strenge Anonymität mit mehrstufigen Sicherheitsfunktionen ist die Studie auch bei nicht aufklärungsfähigen Patienten einsetzbar“, hieß es von DGI und DZIF. Das neue Register zeichne sich zudem dadurch aus, dass alle Daten zur Analyse an die wissenschaftliche Gemeinschaft gingen.

Klinische Daten könnten eine entscheidende Hilfe für die Versorgung sein – vor allem bei einem gehäuften Auftreten auch kritischer Erkrankungen, sagte Prof. Dr. med. Jörg Janne Vehreschild, DZIF-Wissenschaftler an der Uniklinik Köln und Koordinator des Projekts. Sobald das positive Ethikvotum vorliegt, soll LEOSS starten. hil

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