ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2020Schwangerschaft: Fachgesellschaft gibt Geburtskliniken Empfehlungen bei Verdacht auf COVID-19

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Schwangerschaft: Fachgesellschaft gibt Geburtskliniken Empfehlungen bei Verdacht auf COVID-19

Dtsch Arztebl 2020; 117(13): A-636 / B-542

Gießelmann, Kathrin

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Schwangere sollten von maximal einer Person, die nicht wechseln sollte, begleitet werden, rät die Fachgesellschaft. Foto: picture alliance/dpa Themendienst
Schwangere sollten von maximal einer Person, die nicht wechseln sollte, begleitet werden, rät die Fachgesellschaft. Foto: picture alliance/dpa Themendienst

Bei schwangeren Frauen mit Verdacht auf COVID-19 sollten genau wie auch bei solchen mit bestätigter Infektion in der Geburtsklinik besondere Regeln beachtet werden. In ihren kürzlich veröffentlichten Empfehlungen für den Kreißsaal (http://daebl.de/FS26) rät die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Patientinnen mit Verdacht auf COVID-19 in einen separaten Bereich zu weisen. Außerhalb ihres Zimmers sollte die Schwangere eine medizinische Maske tragen. Die Informationen basieren auf Empfehlungen der Welt­gesund­heits­organi­sation und des Robert Koch-Instituts.

Jede Person, die den Kreißsaal betritt, sollte zudem Auskunft über Kontaktdaten, Symptome einer grippalen Infektion oder einen Aufenthalt außerhalb des Wohnorts in den vergangenen zwei Wochen geben. Entgegen der Handhabung einiger Geburtskliniken rät die Fachgesellschaft dazu, dass Schwangere von maximal einer Person, die nicht wechseln sollte, begleitet werden. Positiv auf Coronavirus getestete Begleitpersonen sollten nach Ansicht der DGGG weder im Kreißsaal noch auf der Station erlaubt sein. Für Aufregung hatte zuvor die Entscheidung der Uniklinik Bonn gesorgt, die zum Infektionsschutz ihrer Patientinnen und Mitarbeiter bis heute keine Begleitung zu einer Untersuchung, in den OP, bei der Geburt und der Wochenbettstation erlaubt (Stand: 23. März 2020).

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Keine Einschränkungen sieht die DGGG bei Verdacht oder nachgewiesener Infektion in Bezug auf das Bonding und Stillen. Mütterliches und Nabelschnurblut sollen zur Virusdiagnostik asserviert werden. Einen Kaiserschnitt könne man allein aufgrund der steigenden SARS-CoV-2-Infektionszahlen medizinisch nicht begründen, sagte Prof. Dr. Dr. h.c. Frank Louwen, DGGG-Vizepräsident vom Universitätsklinikum in Frankfurt am Main – weder bei bestätigten COVID-19-Fällen noch bei Schwangeren ohne Verdacht auf eine Infektion. gie

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