ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2020Klinikalltag belastet junge Ärztinnen und Ärzte

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Klinikalltag belastet junge Ärztinnen und Ärzte

Glöser, Sabine

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Foto: WavebreakMediaMicro/stock.adobe.com
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Einer Studie der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) zufolge beeinträchtigen die Arbeitsbedingungen an deutschen Kliniken die Gesundheit junger Ärztinnen und Ärzte. „Vor diesen Missständen, auf die die Ärzteschaft seit Jahren hinweist, können die Verantwortlichen nicht länger die Augen verschließen“, sagte der Präsident der Landesärztekammer Hessen, Dr. med. Edgar Pinkowski. Zusammen mit medizinischen Berufsverbänden und Fachgesellschaften hatte die BGW Ärzte und Pflegende unter 35 Jahren über ihre Arbeitsbedingungen und über ihren Gesundheitszustand anonym befragt.

Die Studie attestiert den Krankenhäusern „ungünstige“ Arbeitsbedingungen, die zu enormen psychosozialen Belastungen bis hin zu Depression, Burn-out und Suchterkrankung geführt haben. Demnach nannten die befragten Ärztinnen und Ärzte lange Arbeitszeiten durch Arbeitsverdichtung als großen Belastungsfaktor ebenso wie den gestiegenen Dokumentationsaufwand sowie aggressives Verhalten von Patienten.

Grund für diese Fehlentwicklungen sei der große wirtschaftliche Druck, dem die Kliniken ausgesetzt sind, sagte Pinkowski weiter. Viele Krankenhäuser seien gezwungen, das aus den Fallpauschalen erwirtschaftete Geld auch in Geräte und Gebäude zu investieren. In der Regel gehe dies zulasten der Patienten, weil die Arbeit der Krankenhausärzte immer weiter verdichtet werde und die Zeit für Patienten immer knapper. Nötig sei, Ärztinnen und Ärzte von der Fülle administrativer Tätigkeiten zu entlasten und darauf zu achten, dass Arbeitszeit- sowie Teilzeitarbeitsregelungen ohne Ausnahme eingehalten würden.

„Patientensicherheit ist der Grundwert ärztlichen Handelns“, hob Pinkowski hervor. „Der Spagat zwischen diesem Grundwert und den wirtschaftlichen Interessen geht den Ärztinnen und Ärzten physisch wie psychisch an die Substanz.“ Die Studie wurde im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht (doi: 10.1007/s00103–019–03057-y). sg

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