ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2020109. Weltfrauentag: Quote biologisch plausibel
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Im Editorial zum 109. Weltfrauentag heißt es im letzten Satz: „Es fehlt am Mut der Umsetzung von gemischten Teams.“

Steckt dahinter die Furcht, dass Männer in vielen Bereichen an Einfluss verlieren? So ähnlich wird es von Sokrates sinngemäß berichtet: „Geben wir Frauen die gleichen Chancen, dann ist es um uns Männer geschehen.“ Er war verheiratet mit einer resoluten Hebamme. Seine Mutter, Hebamme, war offenbar von ähnlicher Persönlichkeit. Sein Schüler Platon widersprach dem. Das geschah ausgeprägter durch dessen Schüler Aristoteles. Sein Postulat: Frauen seien nicht zum Denken fähig. Heute sind 70 % erfolgreich Studierender Frauen. Über griechische Hauslehrer fanden Platon-Ideen Zugang ins Römische Reich und dessen Gesetzgebung und ins Kirchenrecht – bis heute.

Das sollte mit biologischen Einsichten völlig überwunden werden: Progesteron und dessen Metaboliten wirken auf Gehirnfunktionen: angstlösend, schlaffördernd, entspannend und beruhigend. Das wird ab dem Klimakterium mit Progesteron-Gaben erreicht. Dieses „Wohlfühlhormon“ fördert emotionale Ausgeglichenheit und wirkt stressreduzierend.

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Männer werden mit Progesteron aus Nebennieren und Hoden versorgt, als Gegenspieler zum Testosteron. Hoden stellen wesentlich weniger Progesteron her als Ovarien im fertilen Alter.

Zum höheren und häufigeren Risikoverhalten bei Männern sei nur auf Unfallstatistiken verwiesen. Gehen sie vor dem 40. Lebensjahr ins Kloster mit klaren Regeln, dann haben sie die gleiche Lebenserwartung wie Frauen.Überraschend: männliche Jugendliche leiden um 50 % häufiger an psychischen Auffälligkeiten als gleichaltrige Mädchen.

Fazit: Unsere Sozialsysteme und Wirtschaft sollten im Umweltinteresse weniger von Risikoverhalten determiniert werden. Dafür braucht es mehr Frauen in Führungsfunktionen. Eine Quote 1 zu 1 durchsetzen gelingt wohl nur dem BGH.

Prof. Dr. med. Dipl. Psych. J.M. Wenderlein, 80975 Ulm

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