ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2020Psychotherapie: Sprechstunde per Video möglich

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Psychotherapie: Sprechstunde per Video möglich

Bühring, Petra

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Um die psychotherapeutische Versorgung während der Coronakrise zu erleichtern, haben Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband Sonderregelungen beschlossen. Sie gelten ab sofort und betreffen die Videobehandlung und die Umwandlung von Gruppen- in Einzeltherapien. Die Durchführung von Psychotherapeutischen Sprechstunden und probatorischen Sitzungen − auch bei der neuropsychologischen Therapie − werden danach zunächst bis zum 30. Juni 2020 auch im Rahmen der Videosprechstunde ermöglicht. Bislang war dies nur bei bestimmten Leistungen der Richtlinien-Psychotherapie möglich und nur, wenn vorher ein persönlicher Kontakt zwischen Patient und Psychotherapeut stattgefunden hat. Grundsätzlich erfordere die psychotherapeutische Sprechstunde weiterhin die Anwesenheit der Patienten: Insbesondere für Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung sei der unmittelbare persönliche Kontakt im Regelfall notwendig, heißt es aus der KBV. Gegebenenfalls müsse die Sprechstunde auf ein Mindestmaß reduziert werden, um Infektionsrisiken zu minimieren. Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie könne es im Einzelfall aber sinnvoll sein, Patienten den Weg in die Praxis nicht zuzumuten, wenn dadurch andere Gefahren vermieden werden können. Hierfür sei die Psychotherapie-Vereinbarung jetzt entsprechend für einen begrenzten Zeitraum angepasst worden. Dies erlaubt es nach Angaben von KBV und GKV-Spitzenverband, diagnostische Einschätzungen und eine Einleitung von Psychotherapie auch per Video vorzunehmen. Darüber hinaus können nach Angaben der KBV genehmigte Leistungen einer Gruppenpsychotherapie übergangsweise in Einzelpsychotherapie umgewandelt werden, ohne dass dafür ein gesonderter Antrag bei der Krankenkasse oder eine Begutachtung erfolgen muss. Dadurch könnten Infektionsrisiken vermieden werden. PB

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