ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2020Bilaterale Hornhautveränderungen im Rahmen einer monoklonalen Gammopathie

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Bilaterale Hornhautveränderungen im Rahmen einer monoklonalen Gammopathie

Bilateral corneal changes in a patient with monoclonal gammopathy

Röck, Daniel; Röck, Tobias; Rohrbach, Jens Martin

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Spaltlampenfoto vom vorderen Augenabschnitt mit 25-facher Vergrößerung
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Spaltlampenfoto vom vorderen Augenabschnitt mit 25-facher Vergrößerung

Ein 74-jähriger Patient wurde wegen bilateraler Hornhauttrübungen und subjektiv leichter Sehminderung erstmals vorstellig. Es zeigten sich bilaterale, multiple, diffuse und auch nummuläre stromale und prädescemetäre Trübungen der Hornhaut (Abbildung). Es bestanden keine ophthalmologischen Vorerkrankungen. In der Anamnese gab der Patient an, dass in der Familie niemand unter ähnlichen Symptomen leide. Allgemein anamnestisch war eine monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz bekannt, wodurch sich der klinische Verdacht einer paraproteinämischen Keratopathie im Rahmen einer monoklonalen Gammopathie bestätigte.

Aufgrund der Sehschärfe von 1,0 haben wir vorerst keine Therapie empfohlen. Therapeutische Ansätze wären die fototherapeutische Keratektomie (PTK), die lamellierende oder perforierende Keratoplastik.

Das Erscheinungsbild der paraproteinämischen Keratopathie, bei der sich Immunglobuline ablagern, ist vielfältig. Differenzialdiagnostisch sind dystrophische, infektiöse und inflammatorische Prozesse der Hornhaut sowie andere Stoffwechselerkrankungen mit Hornhautbeteiligung in Betracht zu ziehen. Wie häufig eine Paraproteinämie mit einer Keratopathie assoziiert ist, ist unklar.

Bei Patienten mit unklaren bilateralen variablen Hornhauttrübungen sollte eine Plasmazellerkrankung ausgeschlossen werden. Umgekehrt ist bei bekannter monoklonaler Gammopathie an eine mögliche Hornhautbeteiligung zu denken.

PD Dr. med. Daniel Röck
Prof. Dr. med. Tobias Röck
Prof. Dr. med. Jens Martin Rohrbach

Department für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Tübingen, daniel.roeck@med.uni-tuebingen.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Röck D, Röck T, Rohrbach JM: Bilateral corneal changes in a patient with monoclonal gammopathy.
Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 270. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0270

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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