SUPPLEMENT: Perspektiven der Kardiologie

Editorial

Dtsch Arztebl 2020; 117(15): [3]

Zylka-Menhorn, Vera

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Dr. med. Vera Zylka-Menhorn Ressortleiterin Medizinreport/Perspektiven
Dr. med. Vera Zylka-Menhorn
Ressortleiterin Medizinreport/Perspektiven

Das SARS-CoV-2-Virus hat inzwischen auch die Kardiologie erreicht. Wurden zunächst aus Gründen des Infektionsschutzes nationale und internationale Fachkongresse abgesagt, so mehren sich nun die Berichte über COVID-19-Patienten mit und ohne kardiovaskuläre Vorerkrankungen, die einer herzspezifischen Versorgung bedürfen. Nach Beobachtungen in China erhöhen kardiovaskuläre Vorerkrankungen das Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung.

Herzecho- und MRT-Befunde einiger COVID-19-Patienten, die bislang kardial gesund waren, deuten auf Myokarditiden hin – direkt durch das SARS-CoV-2-Virus ausgelöst oder als Folge einer Immunreaktion auf das Virus. Auch die kardialen Troponine – Laborparameter der Wahl bei der Diagnose des akuten Myokardinfarktes – scheinen eine weitere Markerfunktion zu besitzen: Erhöhte Konzentrationen des hochsensitiven Troponin T im Blut weisen bei einigen COVID-19-Patienten auf eine deutlich schlechtere Prognose hin.

In Italien hat die Pandemie zu radikalen Veränderungen der kardiologischen Versorgungslandschaft geführt, auch um sicherzustellen, dass beispielsweise Patienten mit akutem Myokardinfarkt ohne SARS-CoV-2-
Infektion auch in Zeiten der Pandemie lege artis behandelt werden können. Entsprechende Ressourcenallokationen erfolgen zeitversetzt in Deutschland.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Patienten gute Gesundheit und viel Kraft für Ihre Arbeit!

Dr. med. Vera Zylka-Menhorn
Ressortleiterin Medizinreport/Perspektiven

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