ArchivDÄ-TitelSupplement: PerspektivenSUPPLEMENT: Kardiologie 1/2020Bildgebung bei Verdacht auf KHK (2): Fachübergreifende Empfehlungen

SUPPLEMENT: Perspektiven der Kardiologie

Bildgebung bei Verdacht auf KHK (2): Fachübergreifende Empfehlungen

Grunert, Dustin

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Kardiologen, Physiologen, Nuklearmediziner, Physiker und Radiologen haben erarbeitet, welche bildgebenden Verfahren je nach Patient und Krankheitsbild angebracht sind.

Wenn es darum geht, Durchblutungsstörungen des Herzmuskels zu erkennen, zu behandeln oder ihnen rechtzeitig vorzubeugen, sind quantitative bildgebende Verfahren unverzichtbar. Ein interdisziplinäres Team, an dem auch Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) federführend beteiligt waren, hat nun erstmals ermittelt, welche Methoden für Patienten mit unterschiedlichen Krankheitsbildern am besten geeignet sind, um die Durchblutung des Herzens zu messen.

Herzstück der Arbeit ist eine Tabelle mit spezifischen Handlungsempfehlungen, die übersichtlich darstellt, welche quantitativen bildgebenden Verfahren je nach Patient und vorliegendem Krankheitsbild angebracht sind. „Das Besondere ist, dass Kardiologen, Physiologen, Nuklearmediziner, Physiker und Radiologen diese Tabelle für die verfügbaren bildgebenden Methoden erarbeitet haben“, sagt Prof. Dr. med. Marc Dewey, Klinik für Radiologie am Campus Mitte der Charité Berlin. Die Konsensempfehlungen wurden unter Verwendung eines Echtzeit-Delphi-Prozesses abgeleitet.

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Die Konsensbewertungen lagen auf einer Skala von 1 bis 9
Tabelle
Die Konsensbewertungen lagen auf einer Skala von 1 bis 9

Beispielsweise profitieren Patienten, bei denen zusätzlich eine Herzinsuffizienz vorliegt, am meisten von einer Magnetresonanztomografie (MRT), da neben der Durchblutung auch die Herzfunktion beurteilt werden kann – und ob Bindegewebe den Herzmuskel ersetzt hat (Fibrose).

Invasive Flussmessungen sind sehr gut geeignet bei Patienten mit bekannter koronarer Herzkrankheit (KHK) oder einer hohen Wahrscheinlichkeit für eine KHK.

Die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) ermöglicht die absolute Quantifizierung am genauesten und ist deshalb besonders für Patienten mit KHK mehrerer Gefäße geeignet. Die Szintigrafie ist hingegen das am breitesten verfügbare Verfahren, mit dem dank neuer Technologien jetzt auch eine Quantifizierung möglich ist.

Die Echokardiografie ist die Methode der Wahl, wenn Ärzte den Blutfluss im Herz von bettlägerigen Patienten darstellen wollen, da sie die Untersuchung am Krankenbett vornehmen können.

Auch die Computertomografie (CT) kann die Durchblutung messen und ermöglicht es als einziges Verfahren, mögliche Verengungen und Ablagerungen an den Herzkranzgefäßen gleichzeitig darzustellen.

Der Berliner Radiologe erwartet, dass die Empfehlungen erst einmal für 4–5 Jahre gültig bleiben, bevor sie angesichts der stetig fortschreitenden Technologien überarbeitet werden müssen.

DOI: 10.3238/PersKardio.2020.04.10.02

Dustin Grunert

Quelle: Dewey M, Siebes M, Kachelrieß M, et al.: Clinical quantitative car-diac imaging for the assessment of myocardial ischaemia. Nat Rev Cardiol 2020. DOI: https://doi.org/10.1038/s41569–020–0341–8.

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