ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2020Dieter Thomae †: Gesundheitspolitiker mit eigenem Kompass

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Dieter Thomae †: Gesundheitspolitiker mit eigenem Kompass

Korzilius, Heike

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Dieter Thomae, Foto: dpa
Dieter Thomae, Foto: dpa

Der FDP-Gesundheitsexperte Dr. rer. pol. Dieter Thomae ist Anfang März im Alter von 79 Jahren verstorben. Als Gesundheitspolitiker mit Herz und Leidenschaft bezeichnet ihn sein Parteifreund, der ehemalige Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr, gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Thomae habe für seine Themen gestritten und sich tief in den Verästelungen der Gesundheitspolitik ausgekannt wie kaum ein anderer Bundestagsabgeordneter seiner Zeit.

Der Oberstudiendirektor aus Sinzig-Bad Bodendorf trat 1972 in die FDP ein. Von 1974 an war er kommunalpolitisch im Stadtrat von Ahrweiler und im Kreistag von Bad Neuenahr-Ahrweiler aktiv. 1987 wurde er in den Bundestag gewählt, dem er bis 2005 angehörte. Thomae trat in dem Jahr nicht erneut zur Bundestagswahl an. Der langjährige gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion war von 1991 bis 1998 zudem Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Bundestages.

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Thomae habe in einer Zeit Gesundheitspolitik gemacht, die von den ersten großen Kostendämpfungsgesetzen geprägt war, sagt Daniel Bahr. Das sei ihm nicht leichtgefallen und oft habe er es vermocht, in den von Union und SPD dominierten Gesundheitsreformen der liberalen Stimme Gewicht und Durchsetzungskraft zu verleihen – durch Beharrlichkeit und Finesse. Thomae gilt als der „Erfinder“ der Bonus-Regelung beim Zahnersatz. Er selbst, sagt Bahr, habe von Thomae gelernt, dass man es als Gesundheitspolitiker nie allen recht machen könne und sich dann am besten auf den eigenen Kompass verlasse. Heike Korzilius

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