ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2020Chloroquin und Hydroxychloroquin: EMA warnt vor Off-Label-Einsatz

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Chloroquin und Hydroxychloroquin: EMA warnt vor Off-Label-Einsatz

Eckert, Nadine

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Chloroquin und Hydroxychloroquin sind noch nicht zur Behandlung von COVID-19 zugelassen. Foto: mauritius images/Morocko Alamy
Chloroquin und Hydroxychloroquin sind noch nicht zur Behandlung von COVID-19 zugelassen. Foto: mauritius images/Morocko Alamy

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) warnt davor, COVID-19-Patienten off-label mit den Malariamitteln Chloroquin und Hydroxychloroquin zu behandeln. Die beiden Medikamente seien noch nicht für die Behandlung von COVID-19 zugelassen und sollten nur in klinischen Studien oder im Rahmen von Notfallprogrammen zum Einsatz kommen. Chloroquin und Hydroxychloroquin würden zwar weltweit auf ihr Potenzial in der Behandlung von COVID-19 untersucht. Die Wirksamkeit müsse sich aber erst in klinischen Studien zeigen. Einige Länder, etwa die USA und Frankreich, haben Protokolle installiert, nach denen der experimentelle Einsatz der beiden Substanzen bei Patienten mit schweren COVID-19-Verläufen möglich ist. Die EMA weist darauf hin, dass sowohl Chloroquin als auch Hydroxychloroquin schwere Nebenwirkungen haben können, speziell in hoher Dosierung und in Kombination mit anderen Medikamenten. Insbesondere warnt die Arzneimittelbehörde Patienten davor, die Medikamente ohne Verordnung oder Aufsicht durch einen Arzt einzunehmen. Die großen klinischen Studien, die notwendig seien, um robuste Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit der beiden Mittel bei COVID-19-Patienten zu generieren, befänden sich gerade in der Durchführung, so die EMA. Auf Basis dieser Daten würden Empfehlungen folgen. nec

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