ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2020GOÄ-Ratgeber: Zur Abrechnung einer Synovektomie bei endoprothetischem Gelenkersatz

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GOÄ-Ratgeber: Zur Abrechnung einer Synovektomie bei endoprothetischem Gelenkersatz

Gorlas, Stefan

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Zu dieser Frage erreichen die Lan­des­ärz­te­kam­mern weiterhin Anfragen von Patienten, deren Kostenträger beispielsweise den Ansatz der Nr. 2113 GOÄ („Synovektomie in einem Hüftgelenk“) neben der Nr. 2151 GOÄ („Endoprothetischer Totalersatz von Hüftpfanne und Hüftkopf [Alloarthoplastik]“) für die Implantation einer zementfreien Totalendoprothese als Hüftgelenksersatz nicht anerkennen und demzufolge den Patienten nicht erstatten.

Die Leistungslegende der Nr. 2113 GOÄ stellt auf eine subtotale, fast vollständige Entfernung der Svnovialmembran ab. Bei einem endoprothetischen Totalersatz des Hüftgelenkes aufgrund einer degenerativen Gelenkerkrankung beziehungsweise Koxarthrose ist im Regelfall jedoch nur eine Teilresektion der Gelenkkapsel des Hüftgelenkes bzw. der Synovialis erforderlich, wobei die letztgenannte Resektion gemäß § 4 Abs. 2 a GOÄ als unselbstständige Teilleistung in der mit der Nr. 2151 GOÄ berechneten Hauptleistung enthalten ist.

Besteht jedoch, wie unter anderem in den GOÄ-Kommentaren von Brück und Nachfolgern (Deutscher Ärzte-Verlag) und Hoffmann (Kohlhammer Verlag) dargelegt, eine eigenständige Indikation zur subtotalen Synovektomie aufgrund einer schweren chronischen Synovialitis, wie beispielsweise bei rheumatoider Arthritis oder Psoriasis-Arthritis, kann die Nr. 2113 GOÄ neben der Nr. 2151 GOÄ in Ansatz gebracht werden.

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Gemäß dem Beschluss des Ausschusses „Gebührenordnung“ der Bundes­ärzte­kammer zum Ansatz der Nr. 2113 GOÄ neben der Nr. 2151 GOÄ, publiziert im Deutschen Ärzteblatt, Heft 3 vom 18. Januar 2002, ist die gesonderte Berechnungsfähigkeit der kompletten bis subtotalen Entfernung der Synovialis bei medizinischer Indikation (beispielsweise chronische Synovialitis bei entzündlich rheumatischer Grunderkrankung oder Psoriasis-Arthropathie) als selbstständige Leistung neben der Nr. 2151 GOÄ sachgerecht. In dem Beschluss wird weiter ausgeführt, dass diese Synovektomie nach der Nr. 2113 GOÄ abzurechnen ist und die Indikationsstellung zu dieser Maßnahme durch eine hinreichende Beschreibung im Operationsbericht sowie eine histopathologische Befundveranlassung abzusichern ist.

Ergeben sich aus der histopathologischen Untersuchung lediglich Veränderungen der Synovialis, die denen einer degenerativen Gelenkerkrankung entsprechen, wäre laut dem vorgenannten Beschluss eine Berechnung der Nr. 2113 GOÄ neben der Nr. 2151 GOÄ nicht möglich. Dr. med. Stefan Gorlas

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