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Einführung der Patienten-Informationskarte zu Bacillus Calmette-Guérin – BCG-medac (medac-Gesellschaft für klinische Spezialpräparate) wird zur Behandlung nichtinvasiver urothelialer Harnblasenkarzinome angewendet. Als Nebenwirkung (Häufigkeit bis 1 %) kann eine disseminierte BCG-Infektion auftreten, die latent verlaufen und nach Jahren wieder aufflammen kann.

Um das Bewusstsein für das potenziell lebensbedrohliche Risiko zu erhöhen, wird eine Patienten-Informationskarte eingeführt, die die Patienten bei sich tragen und bei jedem Arztbesuch vorlegen sollten. Sie enthält eine kurze Beschreibung der Symptome der systemischen Infektion sowie Informationen zum Risiko des Aufflammens einer latenten BCG-Infektion.

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Eine adäquate Behandlung latenter BCG-Infektionen ist wichtig. Im Falle einer systemischen BCG-Infektion sollte ein Infektiologe einbezogen werden, da der Krankheitsverlauf einer Infektion mit Mycobacterium tuberculosis gleicht. mls

Quelle: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), Drug Safety Mail 2020-19

Risiko von Medikationsfehlern bei Arsentrioxid – Trisenox® (Arsentrioxid, Teva) wird zur Behandlung der akuten Promyelozytenleukämie angewendet. Durchstechflaschen mit der neuen Konzentration von 2 mg/ml werden die gegenwärtig genehmigten Glasampullen mit einer Konzentration von 1 mg/ml ersetzen. Sie enthalten 10 mg Arsentrioxid. Die künftig verfügbaren 2 mg/ml Durchstechflaschen (6 ml) enthalten 12 mg Arsentrioxid. Eine Tabelle im Rote-Hand-Brief erleichtert die Unterscheidung.

Die beiden verschiedenen Konzentrationen werden vorübergehend gleichzeitig verfügbar sein. Hierdurch besteht das Risiko von Medikationsfehlern. Eine Überdosierung kann schwere, möglicherweise fatale Nebenwirkungen haben (z. B. Thrombozytopenie, Leukopenie, Hyperleukozytose, Herzstillstand nach QT-Verlängerung, akutes Promyelozytenleukämie-Differenzierungssyndrom, Nephrotoxizität und Leberschädigung). Eine Unterdosierung kann zu suboptimalem Ansprechen mit der möglichen Folge einer Chemotherapieresistenz führen. Um die richtige Dosis zu gewährleisten, sollen die Berechnung der Verdünnung und das Infusionsvolumen sorgfältig geprüft werden. mls

Quelle: Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), Drug Safety Mail 2020-21

Wichtiges Update zu Quensyl® und COVID-19 – Auf Grundlage vorläufiger Ergebnisse unabhängiger Studien aus Ländern wie China und Frankreich gibt es seitens der Fachkreise verstärktes Interesse an der Anwendung von Quensyl® (Hydroxychloroquin, Sanofi) als Behandlungsmöglichkeit für COVID-19.

Quensyl® ist in seinen zugelassenen Anwendungsgebieten bei chronisch kranken Patienten mit rheumatoider Arthritis, juveniler idiopathischer Arthritis und systemischem Lupus sowie zur Malariaprophylaxe in mehr als 60 Ländern registriert.

Sanofi verfügt über die Kapazität, die Produktion zu erhöhen und gleichzeitig das notwendige Versorgungsniveau für die Patienten, die das Medikament für ihre chronischen Erkrankungen benötigen, aufrechtzuerhalten. Jede Behandlung mit Hydroxychloroquin bei COVID-19 oder der Symptome dieser Erkrankung ist jedoch ein individueller Heilversuch und erfolgt in Verantwortung des Arztes („Off-Label-Use“). mls

Quelle: Pressemitteilung von Sanofi, 24. März 2020

Bei Fernreisen gegen Typhus und Hepatitis A impfen – In vielen Ländern Afrikas und Asiens besteht die Gefahr fäkal-oral übertragbarer Erkrankungen wie Typhus und Hepatitis A. 2017 gab es weltweit etwa 11 Millionen Typhusfälle, von denen etwa 117 000 tödlich endeten. Die minimale Infektionsdosis ist sehr gering, sodass schon ein einfacher Händedruck für eine Übertragung ausreichen kann. Die Behandlung muss immer mit Antibiotika erfolgen, wobei zunehmende Resistenzen Sorgen bereiten. Die STIKO empfiehlt die Typhus-Impfung für alle Risikogebiete Asiens und Afrikas.

Auch die Hepatitis A ist heute in vielen Fällen eine „Reiserkrankung“. Für Reisende ohne Hepatitis-A-Impfschutz kann die Impfung mit der Typhusimpfung kombiniert werden (z. B. ViATIM®, Sanofi Pasteur). Der Typhus-Impfschutz hält nach der Grundimmunisierung etwa drei Jahre an – die Hepatitis-A-Impfung bietet lebenslangen Schutz. Maria Weiß

Quelle: 21. Forum Reisen und Gesundheit; Satelliten-Symposium „Unterschätzte Reisekrankheiten – Worauf man bei Reisen nach Asien achten sollte“, Berlin, 7. März 2020; Veranstalter: Sanofi Pasteur

Nachschub an Pneumokokken-Impfstoff Pneumovax® 23 – Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) teilt mit, dass ab dem 3. April wieder der Pneumokokkenimpfstoff Pneumovax® 23 (MSD) für Deutschland zur Verfügung stehen wird. Die Firma MSD importiert vor dem Hintergrund des Versorgungsmangels (AMG §79 [5]) 2 Chargen Pneumovax® 23 aus Japan. Um diese schnell in den Markt geben zu können, wird in Abstimmung mit den zuständigen Behörden auf eine Umetikettierung verzichtet, sodass sie eine japanische Beschriftung haben. Auch die Klebeetiketten mit der Charge für den Impfpass sind in japanischen Schriftzeichen. Eine handschriftliche Notiz im Impfpass ist daher notwendig.

Eine Chargenprüfung durch das PEI ist in diesem Fall formal nicht erforderlich. Nichtsdestotrotz hat das PEI Qualität und Echtheit der Chargen überprüft. Zu beachten ist, dass der Impfstoff nur begrenzt haltbar ist (bis 11. Juni 2020), und deshalb möglichst schnell verimpft werden sollte. Die Ware wird über den Großhandel in ganz Deutschland verteilt werden. Das PEI bittet die Ärzteschaft um Rückmeldung, ob dieses System funktioniert. mls

Quelle: Mitteilung des Paul-Ehrlich-Instituts, 31. März 2020

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