ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2020COVID-19: Empfehlungen zum Umgang mit knappen Ressourcen im Rettungsdienst

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COVID-19: Empfehlungen zum Umgang mit knappen Ressourcen im Rettungsdienst

Hillienhof, Arne

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Die Empfehlungen sollen helfen, einem möglichen Personalnotstand im Rettungsdienst vorzubeugen. Foto: Comofoto/stock.adobe.com
Die Empfehlungen sollen helfen, einem möglichen Personalnotstand im Rettungsdienst vorzubeugen. Foto: Comofoto/stock.adobe.com

Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass der Rettungsdienst in Deutschland immer mehr kritisch erkrankte Patientinnen und Patienten mit einer SARS-CoV-2-Infektion in die Klinik bringen muss. „Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass in kurzer Zeit die Kapazitätsgrenzen des Rettungsdienstes erreicht oder überschritten werden, und zwar sowohl aufgrund der steigenden Zahl von Notfallpatienten als auch durch den Ausfall von erkrankten Mitarbeitern“, schreibt die Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands (BAND). Sie hat für diesen Fall in Abstimmung mit den Notarzt-Arbeitsgemeinschaften und dem Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst Empfehlungen vorgelegt.

„Infektionspatienten mit COVID-19-Verdacht sind unter dem Aspekt der Verteilungsgerechtigkeit genauso zu behandeln wie andere Notfallpatienten. Auch bei regionalem Mangel an Ressourcen darf es bei der Disposition weder eine Bevorzugung noch eine Benachteiligung von Patienten nach der Art des Krankheitsbildes geben“, heißt es darin unter anderem. Auch „eine Bevorzugung oder Benachteiligung allein nach dem kalendarischen Alter oder nach sozialen Kriterien ist nicht vertretbar“, so die BAND.

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Wichtig sei, alle Möglichkeiten der überregionalen Disposition zu prüfen, bevor ein Rettungsmittel als „nicht verfügbar“ gelte. Zudem müsse in einem Stufenplan klar definiert sein, welche Ressource Rettungskräfte in einer konkreten Situation ersatzweise disponieren könnten. Die BAND warnt, Entscheidungen bei mangelnden rettungsdienstlichen Ressourcen seien für das Rettungsteam eine außergewöhnliche, emotionale und moralische Herausforderung. Eine psychosoziale Notfallversorgung durch ein professionelles Team müsse daher für die Mitarbeitenden im Rettungsdienst gewährleistet sein.

Die Arbeitsgemeinschaft empfiehlt, dass sich Notärzte und Fachkräfte des Rettungsdienstes sowie die ärztliche Leitung frühzeitig mit diesen kritischen Fragen auseinandersetzen. hil

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