ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2020Honorar: Medizinische Fachangestellte erhalten seit April zwei Prozent mehr Gehalt

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Honorar: Medizinische Fachangestellte erhalten seit April zwei Prozent mehr Gehalt

Hillienhof, Arne

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Der Tarifvertrag für Medizinische Fachangestellte sieht seit April eine Tarifsteigerung vor – Arbeitgeber sind angehalten, diese auch zu bezahlen. Foto: Frog 974/stock.adobe.com
Der Tarifvertrag für Medizinische Fachangestellte sieht seit April eine Tarifsteigerung vor – Arbeitgeber sind angehalten, diese auch zu bezahlen. Foto: Frog 974/stock.adobe.com

Am 1. April ist die zweite Stufe des im Augenblick gültigen Tarifvertrages für Medizinische Fachangestellte (MFA) in Kraft getreten. Er sieht eine Steigerung der Tarifgehälter um zwei Prozent vor. Berufsanfänger in der Tätigkeitsgruppe I verdienen damit bei einer Vollzeittätigkeit 1 970,17 Euro brutto pro Monat. Die Spanne reicht bis 3 882,62 Euro für eine Vollzeittätigkeit in der Tätigkeitsgruppe VI nach mindestens 17 Berufsjahren.

Die Erste Vorsitzende des geschäftsführenden Vorstandes des Verbandes medizinischer Fachberufe, Hannelore König, forderte die ärztlichen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber auf, MFA mindestens nach Tarif zu bezahlen. „Wir wissen, dass in vielen Arztpraxen aufschiebbare Behandlungen und Vorsorgeuntersuchungen zurückgestellt werden und damit Umsatzeinbußen verbunden sind. Hier steht den Arztpraxen ein Schutzschirm zur Verfügung“, sagte König.

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Im „Gesetz zum Ausgleich COVID-19 bedingter finanzieller Belastungen der Krankenhäuser und weiterer Gesundheitseinrichtungen“ hat der Gesetzgeber vorgesehen, dass die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung trotz reduzierter Leistungsmenge im regulären Umfang aufrecht erhalten bleibt.

„Die Krankenkassen müssen also genauso viel Geld für die Versorgung der Patienten bereitstellen wie zu normalen Zeiten“, erläutert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Voraussetzung für eine Ausgleichszahlung sei eine Fallzahlminderung in einem Umfang, die die Fortführung der Arztpraxis gefährden würde. Die Entscheidung darüber, wann eine solche Fallzahlminderung vorliegt, sollen die Kassenärztlichen Vereinigungen zusammen mit den Krankenkassen treffen.

Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten haben laut KBV zudem Anspruch auf eine Ausgleichszahlung für extrabudgetäre Leistungen wie Früherkennungsuntersuchungen und ambulante Operationen. Dafür muss allerdings der Gesamtumsatz ihrer Praxis um mindestens zehn Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal sinken und die Fallzahl zurückgehen.

KBV-Vorstandschef Dr. med. Andreas Gassen kritisierte, neben sinkenden Fallzahlen führten auch abgebrochene oder reduzierte Behandlungen zu Umsatzrückgängen. Die Praxen hätten aufgrund der Coronapandemie alle Hände voll zu tun. „Trotzdem wird ihr Umsatz sinken, weil sie bestimmte Leistungen aktuell einfach nicht abrechnen können, nicht zuletzt deshalb, weil sie ihre Patienten vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen wollen“, erläuterte der KBV-Vorstandsvorsitzende. Dies müsse der Gesetzgeber berücksichtigen, so Gassen. hil

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