ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2020Randnotiz: Keine feuchten Hände mehr

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Randnotiz: Keine feuchten Hände mehr

Maybaum, Thorsten

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Die Bundesregierung hat es beschlossen: Bis zum 3. Mai gelten in Deutschland in der Coronakrise weiterhin Kontaktbeschränkungen. Das beinhaltet auch, Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Letzteres dürfte künftig ohnehin an Bedeutung gewinnen – und am Ende könnten sich auch Begrüßungsrituale wie das Händeschütteln verändern. Derzeit gibt es immer noch Menschen, die beleidigt sind, wenn man das Händegeben freundlich mit dem Hinweis ablehnt, dass das nicht die passenden Zeiten dafür sind. Nicht jeder kann damit umgehen und dennoch ist es notwendig, darauf zu verzichten. Und vielleicht sollte der Gedanke zugelassen werden, dass es ohnehin viel schöner wäre, sich das Händeschütteln abzugewöhnen? Der Buchautor und Enthüllungsjournalist Günter Wallraff ist etwa dafür, das Händeschütteln auch nach dem Ende der Coronakrise nicht wieder einzuführen. „Es sollten andere Begrüßungsformen an die Stelle treten“, sagte er. In anderen Kulturen sei das auch aus Hygienegründen längst selbstverständlich. Epidemiologen gingen davon aus, dass Pandemien häufiger würden. Recht hat er. Und dieser Verzicht hätte noch mehr Gutes. Denn das Schütteln feuchter oder schweißnasser Hände ist für beide Seiten nicht die angenehmste Form der Begrüßung. Was wären Alternativen? Der Nasenkuss eher nicht. Das Klinikum Dortmund schlug kürzlich via Twitter – nicht ganz ernst gemeint – den Vulkaniergruß (Star Trek) vor. Dafür wird die Hand ausgestreckt und mit den Fingern ein „V“ gebildet. Das verlangt allerdings etwas Übung. Vielleicht reicht es für Ungeübte einfach, die Hand zur Begrüßung zu heben.

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