ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2020COVID-19-Krise: Altersheime besonders schützen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Mit Jugendschutzgesetz und Mutterschutzgesetz belegt der Gesetzgeber, dass der gesetzliche Gesundheitsschutz besonders schutzbedürftiger Personengruppen gelebter Alltag in Deutschland ist. Worin liegt also das Problem, besonders schutzbedürftige Hochrisikopatienten vor Coronainfektionen zu schützen?

Das wegen Grundrechtseingriffen viel diskutierte neue Spahngesetz zur Masernimpfpflicht kennt besonders schutzbedürftige Einrichtungen, z. B. Kita und Schulen (infektionsträchtige Supermärkte, öffentlicher Nah- und Fernverkehr oder Universitäten gehören nicht dazu). Warum sollte man also Einrichtungen wie z. B. Altersheime nicht ebenfalls besonders gesetzlich schützen können?

Dr. med. Jörg von Forstner, 24145 Kiel

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #823488
Susanna Winter
am Freitag, 24. April 2020, 08:54

Schutz von Altersheimen

Ein Schutz besteht aktuell in Kontaktsperren also Isolation. Genau die ist für alte Menschen, die ebenso soziale Kontakte benötigen, Gift. Im Gegenteil besteht das besondere Schutzbedürfnis in der Pflege und Aufrechterhaltung sozialer Kontakte und der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Dazu benötigen viele ältere Unterstützung. Hinzu kommen alterspezifische Erkrankungen, darunter Depressionen und Anfälligkeit für Entzündungen des Hirns. Die sind oft in Gruppentherapien gut zu behandeln. Ein besonderer Schutz bestünde in guter personeller Ausstattung und Eignung, Einrichtung betreuten Wohnens und Tagesstätten sowie die Wiederermächtigung kommunalen Handelns in Form von Fachaufsichten und nicht kommerziellen Einrichtungen. Die Jugendhilfe greift nicht allein aufgrund der Okonomisierung und fehlender Fachaufsichten. Bislang ist es nur eine Möglichkeit Geld zu verdienen ohne Jugendliche zu unterstützen.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige