ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2020Fokussierte MRT: Deutsches Manko
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Zweifelsohne stellt die Brustdichte einen limitierenden Faktor in der Beurteilbarkeit der Mammografie dar. MRT-Untersuchungen führen sicherlich zu einer höheren Detektionsrate, aber auch zu einer erhöhten falsch-positiven Rate. Im deutschen Mammografiescreening wird die mammografische Beurteilbarkeit leider nicht mitgeteilt. Dies ist ein Manko und wiegt die Patientin mit dichtem Brustdrüsengewebe in einer falschen Sicherheit.

In anderen Ländern mit mammografischem Brustkrebsscreening, wie z. B. Belgien, ist die mammografische Beurteilbarkeit Teil des Befundes. Bei unzureichender Beurteilbarkeit zum Beispiel aufgrund einer erhöhten Dichte des Drüsengewebes wird der behandelnde Arzt aufgefordert, eine qualifizierte ergänzende sonografische Untersuchung zu veranlassen. Dieser Befund muss in schriftlicher Form der Screeningeinheit mitgeteilt werden, genauso wie die sich daraus ergebende weitere Abklärung zum Beispiel durch eine Stanzbiopsie.

Dies wäre zumindest ein erster Schritt zur Verbesserung der Performance der Screeningmammografie insbesondere bei mammografisch dichtem Drüsengewebe.

Dr. med. Karl-Ludwig Marquet, 52074 Aachen

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