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Der dargestellte „Klinische Schnappschuss“ zeigt eine sehr häufige anatomische Besonderheit ohne relevanten Krankheitswert (1). In vielen kinderkardiologischen Praxen und Kinderkliniken wird ein solches „Krankheitsbild“ nahezu täglich vorgestellt: Jugendliche(r) mit intermittierenden Thoraxschmerzen.

Die kinderkardiologische Diagnostik umfasst Anamnese, Untersuchung, EKG, eventuell Langzeit- und/oder Belastungs-EKG, Echokardiografie und fast immer kann eine kardiale Ursache ausgeschlossen werden.

Eine Computertomografie ist absolut überflüssig. Der harmlose muskuläre Ventrikelseptumdefekt hat nichts mit den Thoraxschmerzen zu tun. Eine „hohe Spontanverschlussrate in diesem Alter“ (14 Jahre) ist nicht zu erwarten, dagegen oft im Säuglingsalter, bis 10 Jahre gelegentlich.

Die genannte Einteilung der Ventrikelseptumdefekte ist nicht korrekt und der Begriff „swiss cheese“-Defekt wird nicht nur seltener für Vorhofdefekte verwendet, sondern gar nicht.

Eine Therapieentscheidung hängt von der hämodynamischen Relevanz ab. Und die ist bei so kleinen Defekten nicht gegeben.

DOI: 10.3238/arztebl.2020.0327a

Dr. med. Hubert Gerleve
Kinder- und Jugendklinik
Christophorus-Kliniken GmbH Coesfeld
Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Münster
Coesfeld

hubert.gerleve@christophorus-kliniken.de

1.
Kloth C, Sagmeister F, Brunner H: Swiss cheese defect of the ventricular septum. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 40 VOLLTEXT
1.Kloth C, Sagmeister F, Brunner H: Swiss cheese defect of the ventricular septum. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 40 VOLLTEXT

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