ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2020Lungensonografische Charakteristika bei COVID-19-Pneumonie

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Lungensonografische Charakteristika bei COVID-19-Pneumonie

Lung ultrasound findings in COVID-19 Pneumonia

Schmid, Mathias

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Abbildung a): Linksseitig oben anterior ist die Pleuralinie unruhig „fragmentiert“ mit konfluierenden B-Linien (rote Pfeile). Lungengleiten ist vorhanden. Abbildung b): Rechtsseitig dorso kaudal zeigt sich eine Konsolidierung mit leberähnlicher Echotextur und Aerobronchogramm.
Abbildung
Abbildung a): Linksseitig oben anterior ist die Pleuralinie unruhig „fragmentiert“ mit konfluierenden B-Linien (rote Pfeile). Lungengleiten ist vorhanden. Abbildung b): Rechtsseitig dorso kaudal zeigt sich eine Konsolidierung mit leberähnlicher Echotextur und Aerobronchogramm.

Ein 76-jähriger Patient ohne Vorerkrankung wurde mit dem Rettungsdienst im Notfallzentrum vorstellig. Es bestand seit 4 Tagen Fieber bis 39 °C, und er litt unter trockenem Husten und Diarrhö. Klinisch führend waren eine Tachypnoe und respiratorische Insuffizienz (SpO2-Wert 93 %, 15 L Sauerstoff mit Reservoirmaske). Laborchemisch waren der CRP-Wert mit 86 mg/L und der LDH-Wert mit 431 U/L erhöht, der Polymerasekettenreaktions(PCT)-Test war normwertig. Im bettseitigem Lungenultraschall zeigten sich fokal vor allem linksseitig oben anterior bei vorhandenem Lungengleiten eine unruhige, fragmentierte Pleuralinie mit teilweise konfluierenden B-Linien (Abbildung a), daneben aber Regionen mit lungensonografischem Normalbefund. Rechtsseitig unten dorsal (costophrenischer Winkel) lies sich eine Konsolidierung mit leberähnlicher Echotextur und Aerobronchogramm darstellen (Abbildung b). Hier lag auch ein Randwinkelerguss vor. Lungensonografisch sind die beschriebenen Befunde derzeit wegweisend für eine COVID-19-Viruspneumonie. In der Computertomografie korrelierte morphologisch der Befund mit Milchglastrübungen betont im linken Oberlappen und einer Konsolidierung im rechten Unterlappen. Trotz intensivtherapeutischer Maßnahmen verstarb der Patient am Tag 14 nach Aufnahme im schweren ARDS mit Multiorganversagen.

Dr. med. Mathias Schmid, München Klinikum Bogenhausen, München, dr.mathiasschmid@googlemail.com

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Schmid, M: Lung ultrasound findings in COVID-19 Pneumonia.
Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 335. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0335

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter:
www.aerzteblatt.de

Abbildung a): Linksseitig oben anterior ist die Pleuralinie unruhig „fragmentiert“ mit konfluierenden B-Linien (rote Pfeile). Lungengleiten ist vorhanden. Abbildung b): Rechtsseitig dorso kaudal zeigt sich eine Konsolidierung mit leberähnlicher Echotextur und Aerobronchogramm.
Abbildung
Abbildung a): Linksseitig oben anterior ist die Pleuralinie unruhig „fragmentiert“ mit konfluierenden B-Linien (rote Pfeile). Lungengleiten ist vorhanden. Abbildung b): Rechtsseitig dorso kaudal zeigt sich eine Konsolidierung mit leberähnlicher Echotextur und Aerobronchogramm.

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Avatar #75651
mathiasschmid
am Montag, 11. Mai 2020, 12:32

Korrektur

Leider ist der Satz "der Polymerasekettenreaktions(PCT)-Test war normwertig" falsch.
Richtig ist (ein Corrigendum folgt):
"Laborchemisch waren das CRP mit 86 mg / l und die LDH mit 431 U / l erhöht, das PCT normwertig." -> (also das Procalcitonin!).
Die Diagnose COVID-19 wurde mit der positiven SARS CoV-2 PCR (hier Polymerasekettenreaktion) gestellt (eine Diagnosestellung ist mit der Lungensonografie auch nicht möglich).
Eine Obduktion fand nicht statt.
Die Behandlung erfolgte intensivmdizinisch (High-Flow-O2, Intubation -> invasive Beatmung, Bauchlagerung, Dialyse). Bei Superinfektion im Verlauf Antibiose.
Jedoch verstarb der Patient im Multiorganversagen.
Eine COVID-19-spezifische Therapie erfolgte nicht.
Avatar #567332
Lusa
am Sonntag, 10. Mai 2020, 22:26

Diagnosefindung

Im "Klinischen Schnappschuss" wurde nicht beschrieben, ob und wie die COVID-19-Diagnose gestellt wurde.
Die Aussage "der Polymerasekettenreaktions(PCT)-Test war normwertig" ergibt für mich keinen Sinn. Auf was wurde per PCR untersucht, und was heißt "normwertig"?
Interessant wäre auch, wie der Patient behandelt wurde und ob er obduziert wurde.
  • Kiefl, Daniel; Eisenmann, Stephan; Michels, Guido; Schmid, Mathias; Ludwig, Corinna; Pin, Martin; Glöckner, Erika; Petersen, Peter-Friedrich; Damjanovic, Domagoj; Schellhaas, Sebastian; Janssens, Uwe; Fandler, Martin; Blaschke, Sabine; Geuting, Markus; Müller, Thomas; Menzel, Joseph; Heinzmann, Alexander; Helm, Matthias; Dinse-Lambracht, Alexander; Bernhard, Michael; Spethmann, Sebastian; Stock, Konrad F.; Clevert, Dirk-André; Breitkreutz, Raoul
    Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin, 2020
    10.1007/s00063-020-00740-w
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