ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2000Rehabilitation: Kampf um Marktanteile

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Rehabilitation: Kampf um Marktanteile

Dtsch Arztebl 2000; 97(9): A-489 / B-433 / C-397

Clade, Harald

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LNSLNS Kaum haben die Einrichtungen der Vorsorge und der medizinischen Rehabilitation die seit Herbst 1996 anhaltende Phase der Stagnation und der Umsatzeinbrüche (bis zu 30 Prozent) überwunden, ist unter den Leistungsträgern ein verschärfter Kampf um die Marktanteile im Gang. Begünstigt werden diese Aktivitäten durch die am 1. Januar im Zuge der GKV-Gesundheitsreform in Kraft getretenen neuen Rechtsvorschriften. Darin sind die Pflichtzuzahlungen zugunsten der Patienten und Rehabilitationen auf das Niveau der Zuzahlung für Krankenhausbehandlung gesenkt und die Regelverweildauer für stationäre Maßnahmen flexibilisiert worden. Auch ist die Regeldauer bei stationären Vorsorgemaßnahmen für Kinder unter 14 Jahren auf vier bis sechs Wochen verlängert worden. Sosehr diese Leistungsverbesserungen und die Umstellung der Leistungsgewährung an flexible, indikationsspezifische Leitlinien und Parameter befürwortet wird, so sehr klagen die Kliniken und Verbände über das grundlohngekoppelte sektorale Budget, das die Leistungsausgaben in engen Entwicklungsgrenzen hält.
Hinzu kommt der Clinch unter den Verbänden und den Leistungserbringern - auch im Hinblick auf die Neuabgrenzung des Rehabegriffes von der Akutkrankenbehandlung und Vorsorge einerseits und den Kuren andererseits. Auch gibt es Richtungskämpfe derart, dass sich die Verbände der Rehakliniken und Leistungserbringer eher den gesetzlichen Krankenkassen als den Rentenversicherungsträgern zuwenden und auch die teilstationäre und ambulante Rehabilitation in das gegliederte Versorgungssystem einbeziehen wollen.
Interessenkollisionen und Verdrängungswettbewerb hat inzwischen der Deutsche Bäderverband der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. vorgeworfen. Deren Geschäftsführer, Karl Jung, zugleich Vorsitzender des Bundes­aus­schusses der Ärzte und Krankenkassen, habe eine konsequente Loslösung der Rehakliniken von der Kur verlangt. Dadurch solle eine "Gleichberechtigung von ambulanter Akutbehandlung und stationärer Rehabilitation" erzielt werden. Die Kuren sollten aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen herausgenommen werden. Der Präsident des Bäderverbandes, Prof. Dr. med. Manfred Steinbach, warf dem ehemaligen Staatssekretär des Bundesarbeitsministeriums, Jung, vor, aus seiner Interessenkollision die Funktion von Kuren falsch darzustellen. Damit sei er ein Lobbyist und schüre den verdrängenden Wettbewerb. Jung sei als Vorsitzender des Bundes­aus­schusses zur strikten Neutralität verpflichtet. Dr. Harald Clade
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