ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2020Medizinstudium in Pandemiezeiten: Es geht weiter – trotzdem

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Medizinstudium in Pandemiezeiten: Es geht weiter – trotzdem

Richter-Kuhlmann, Eva

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Ungeachtet der gähnenden Leere in den Hörsälen herrscht bei vielen Medizinstudierenden und Lehrenden Optimismus: Die Ausbildung der Nachwuchsärzte an den Fakultäten läuft, wenn auch zumeist nur virtuell beziehungsweise interaktiv. In vielen Ländern konnten auch die Examina stattfinden.

Foto: picture alliance/Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Foto: picture alliance/Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Eine neue Normalität soll trotz der COVID-19-Pandemie einkehren – auch an den Hochschulen. Am 20. April startete bundesweit das Sommersemester 2020. Die Kultusminister der Länder hatten sich zuvor auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt, wollen den einzelnen Hochschulen aber Freiräume lassen. Das Credo der Minister: Das Sommersemester 2020 wird zwar kein gewöhnliches, aber auch kein verlorenes Semester.

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Leere Hörsäle – digitale Lehre

„Es werden im Augenblick viele Veranstaltungen online angeboten, sowohl Vorlesungen als auch andere interaktive Lehrformate.“ Matthias Frosch, Präsident des Medizinischen Fakultätentages. Foto: MFT/Sablotny
„Es werden im Augenblick viele Veranstaltungen online angeboten, sowohl Vorlesungen als auch andere interaktive Lehrformate.“ Matthias Frosch, Präsident des Medizinischen Fakultätentages. Foto: MFT/Sablotny

Insbesondere für die Universitätsmedizin ist dies eine Herausforderung. Denn auch hier läuft trotz der zusätzlichen Anstrengungen in Krankenversorgung und Forschung der Lehr- und Prüfungsbetrieb wieder an. Allerdings überwiegend mit digitalen Vorlesungen und interaktiven Lehrformaten und ohne Präsenzveranstaltungen, wie Prof. Dr. med. Matthias Frosch, Präsident des Medizinischen Fakultätentages (MFT), dem Deutschen Ärzteblatt berichtete. Die genehmigten Abweichungen zur ärztlichen Approbationsordnung ermöglichten den Fakultäten die nötigen rechtlichen Freiräume.

„Über eine gemeinsame Plattform, die der MFT gemeinsam mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin kurzfristig geschaffen hat, können die Fakultäten auch untereinander digitale Lehrmaterialien austauschen“, erläutert der MFT-Präsident. Grundlage hierfür sei eine Katalogisierung der Lehrinhalte auf der Basis des bereits implementierten Nationalen kompetenzorienten Lernzielkatalogs Medizin (NKLM). Noch bestehende Lücken im inhaltlichen Angebot sollen kurzfristig geschlossen werden. Koordiniert werde dies von der Medizinischen Fakultät in Göttingen.

Optimismus herrscht auch bei den Medizinstudierenden. Sie sind erfreut über die verschiedenen Initiativen und sehen in der derzeitigen erzwungenen Ausnahmesituation gleichzeitig eine Chance, die langfristig genutzt werden sollte. „Wir begrüßen, dass die Universitäten viele Ressourcen in die nun stattfindende digitale Lehre investieren“, sagt Tobias Löffler, Bundeskoordinator für Medizinische Ausbildung der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd), dem Deutschen Ärzteblatt. Viele Studiendekanate seien sehr engagiert. „Wir freuen uns, dass einige von uns vorgeschlagene Lehrmethoden nun umgesetzt werden.“ Auch Medizinstudierende seien an den verschiedenen Standorten in die Entwicklung dieser neuen, digitalen Lehrkonzepte eingebunden.

Jetzt kommt es der bvmd zufolge auf eine bundesweite Umsetzung an. „Wir appellieren an die Verantwortlichen der Fakultäten, die Ressourcen national zu bündeln, um für alle Studierenden schnellstmöglich ein umfassendes digitales Studium zu ermöglichen“, betont Löffler. Die Standortwahl der Studierenden dürfe keinen Einfluss auf ihren Studienverlauf haben. „Außerdem müssen die nun geschaffenen digitalen Konzepte umfangreich evaluiert werden, um sie auch nach der COVI-19-Pandemie nachhaltig weiterzuentwickeln.“

Auch wenn Online-Angebote sicher auch nach der Pandemie Bestandteile des Medizinstudiums sein werden, hofft der MFT, dass – abhängig von den lokalen Vorgaben des Infektionsschutzes – sukzessive auch wieder Präsenzveranstaltungen und praktische Übungen aufgenommen werden können. „Im Augenblick lässt sich allerdings noch nicht abschätzen, wann wir wieder in vollem Umfang ,echten´ Unterricht am Patienten anbieten können“, so Frosch. „Das wird aber hoffentlich noch im Laufe des Sommersemesters möglich sein.“

Logistische Herausforderungen

„Inhalte zum Pandemiegeschehen werden in angemessener Weise im künftigen Examen vertreten sein.“ Jana Jünger, Direktorin des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP). Foto: .IMPP
„Inhalte zum Pandemiegeschehen werden in angemessener Weise im künftigen Examen vertreten sein.“ Jana Jünger, Direktorin des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP). Foto: .IMPP

Trotz der Pandemie möglich war es für viele Studierende bereits kurz vor Semesterbeginn – vom 15. bis 17. April –, das „große“ schriftliche Staatsexamen abzulegen, also den Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M2). Logistisch seien das Herausforderungen gewesen, doch die Prüfungen seien unter den veränderten Bedingungen und der Beachtung der zusätzlichen hygienischen Vorgaben ordnungsgemäß gelaufen, berichtet Prof. Dr. med. Jana Jünger, Direktorin des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP), dem Deutschen Ärzteblatt.

In fünf Bundesländern fand das Examen nicht wie vorgesehen statt: Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt ließen ihren Medizinstudierenden die Wahl am M2-Examen entweder jetzt teilzunehmen oder erst im nächsten Jahr. Der relativ kleine Teil, der sich für Letzteres entschied, konnte bereits am 20. April ins Praktische Jahr (PJ) starten.

Kein Examen im Süden

Baden-Württemberg und Bayern hatten generell festgelegt, das M2-Examen für alle Kandidaten auf das nächste Frühjahr zu verschieben. Dies hatten viele Studierende heftig kritisiert: Die kurzfristige Verschiebung führe nicht nur zur Ungleichbehandlung der Studierenden in den südlichen Bundesländern, sondern schränke auch die in der Approbationsordnung festgeschriebene PJ-Mobilität ein.

Möglich geworden waren die länderspezifischen Regelungen des sonst bundeseinheitlichen Examens durch eine vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) kurzfristig erlassene „Verordnung zur Abweichung von der Approbationsordnung für Ärzte bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“, die am 1. April in Kraft trat. Darin legte das BMG grundsätzlich fest, dass das Examen nach dem vorzeitigen Praktischen Jahr im Frühjahr 2021 stattfindet. Gleichzeitig eröffnete es den Bundesländern die Möglichkeit, je nach epidemiologischer Lage das M2 auch stattfinden zu lassen.

„Wir alle haben uns gewünscht, dass die Examina wie bisher hätten ablaufen können, dies war aber aufgrund der pandemischen Situation nicht möglich“, erklärt Jünger. „Wir zollen den intensiven und schwierigen Entscheidungen in den Ministerien der Länder und dem Bund höchsten Respekt und erkennen an, dass Abwägungen je nach Risikolage und der Situation in den Ländern zu unterschiedlichen Entscheidungen geführt haben.“

Die Prüfungen fanden in den Bundesländern an verschiedenen Orten statt: teilweise wie geplant in großen Hallen, jedoch mit ausreichendem Sicherheitsabstand, teilweise auch in Hotels, wobei jedem Studierenden ein eigenes Zimmer zugeteilt wurde. Die logistischen Herausforderungen hätten die Examenskandidaten jedoch nicht stark beeinflusst, heißt es bei der bvmd.

Die Studierenden, die ihr Examen jetzt nicht schreiben konnten oder wollten und ins vorzeitige PJ gegangen sind, sollen am M2 im Frühjahr 2021 teilnehmen. Unterschiedliche Prüfungsfragen soll es nach aktueller Gesetzeslage aber nicht für sie geben, erläutert Jünger. „Um Studierenden unterschiedliche Examina anbieten zu können, müsste erneut von der Approbationsordnung abgewichen werden“, erklärt sie. Dafür gebe es jedoch keine Anzeichen.

Nach der Abweichungsverordnung des BMG sollen jedoch auch die berufspraktischen Anforderungen an die Ärzte während einer Pandemie sowie die Krankheitsbilder, die im Zusammenhang mit der Bekämpfung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite stehen, Prüfungsgegenstand sein. „Die Inhalte werden in angemessener Weise im Examen vertreten sein“, sagt Jünger. Das IMPP habe bereits eine Expertengruppe eingerichtet, die sich mit der geforderten Anpassung der Prüfungsinhalte befassen wird. „In Zusammenarbeit mit den IMPP-Sachverständigen, dem MFT, den Fachgesellschaften und dem Öffentlichen Gesundheitsdienst erstellen wir ein Lernskript hinsichtlich dieser Prüfungsinhalte“, erläutert die IMPP-Direktorin.

Um den betroffenen Studierenden sechs bis zehn Wochen Vorbereitungszeit zu garantieren, hat das BMG die Dauer des vorzeitigen Praktischen Jahres von 48 auf 45 Wochen verkürzt. Dennoch haben viele Studierende die Sorge, dass sie durch die zeitlich engere Verknüpfung von M2- und M3-Examen und damit verbundener hoher emotionaler Belastung Nachteile erleiden könnten.

Keine Nachteile durch frühes PJ

Davon sei nicht zu auszugehen, meint jedoch Jünger. „Die Unabhängigkeit der Examensergebnisse von der zeitlichen Terminierung des M2-Examens wurde bereits 2010 durch ein Forschungsteam der Ludwig-Maximillian-Universität um Prof. Dr. med. Martin Fischer gezeigt.“ Und es bestätigten auch die Auswertungen des IMPP. „Es ist somit zu erwarten, dass die Studierenden, die das M2-Examen erst im Frühjahr 2021 absolvieren, mindestens so gut abschneiden wie die Studierenden, die jetzt das M2-Examen geschrieben haben“, nimmt die IMPP-Direktorin an.

Auch in Bezug auf die Einführung des neuen Gegenstandskatalogs für den Zweiten Abschnitt der Medizin (GK-2), der ursprünglich ab dem Frühjahrsexamen 2021 gültig sein sollte, werde es keine Nachteile für die Teilnehmer geben, die ihr PJ vor dem M2-Examen ablegen. Jünger: „Wir werden die Einführung des neuen GK-2 um ein Jahr verschieben, also auf das im Frühjahr 2022 geplante M2-Examen.“

Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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Avatar #827413
Ib40ymip
am Freitag, 1. Mai 2020, 13:07

Den Preis bezahlen alle, wenn so mit einem Jahrgang künftiger Ärzte umgegangen wird. Zweifelhafte Berichtersattung

Schwache Leistung vom Ärzteblatt so zu berichten, wenn der Nachwuchs gerade mediale Unterstützung brauchen könnte und dieser Artikel für Betroffene bestenfalls als „schräg verzerrt“ bewertet werden kann. Oder ist das nur peinlich schlecht recherchiert?

Fassen wir ein paar Fakten zusammen:
1) Absage des Examens 13 Tage vor Termin in zwei von sechzehn Bundesländern.
2) Ca. 40 Lerntage statt (mindestens! Und ohne jegliche Pause) 100 Lerntage für zwei Examen, statt für eins. Zusammen mit Jahrgängen, die sich die übliche Zeit vorbereiten.
3) Ein Monat früher und spontan ins PJ, das nun zu völlig anderen Zeiten (und oft auch Konditionen) stattfindet.
4) Statt Stoffreduzierung oder klar geregelte Nachteilsausgleiche, kommen zusätzliche Fragen à la „Willkür-IMPP“ zu Corona hinzu. Wiedereinführung Hammerexamen.

Was das u.a. bedeutet:
1) Das Examen wurde aus Infektionsschutzgründen für uns Studierende abgesagt und weil wir so dringend an Krankenhäusern gebraucht werden. Die Realität aus den ersten zwei Wochen zeigt: wo wir gebraucht werden, machen Studierende oft ohne Schulung oder ausreichende Schutzausrüstung Abstriche von bis zu 120 Personen pro Tag. An vielen Orten werden sie nicht gebraucht und stehen sich in doppelter Besetzung durch den vorherigen Jahrgang die Füße in den Bauch, da Krankenhäuser den „Patientendurchsatz“ reduziert haben. Lehre Fehlanzeige.

2) Nach Examens-Hochbelastung, folgt Corona-PJ, folgt Examenshochbelastung unter schlicht unfairen Bedingungen. Ja, das PJ wurde gekürzt, um mehr Lernzeit zu schaffen. Ansonsten hätten Studierende nicht einmal 40 Tage. Wer so auf Vergleichbarkeit der Prüfung pocht, wie Jana Jünger und trotzdem nicht sieht, dass der Zug „Vergleichbarkeit“ für den aktuellen Jahrgang schon längst abgefahren ist, der lebt schlicht realitätsfern. Einfache Mathematik. 40 ist nicht 100. Ohne Pausentage schafft man übrigens auch keinen Hundert-Tage-Lernplan.

3) Bayrische Studierende können in der Regel nur in Bayern PJ machen. Bisher geplantes PJ ist plötzlich so nicht möglich. Spontane Umzüge und doppelte Mieten. Keine Möglichkeit an gewählten Krankenhäusern festzuhalten, teilweise muss eine „Auslöse“ bezahlt werden, wenn vereinbarte PJ-Stellen durch PJ-Vorzug nicht angetreten werden können. Weniger Plätze in Personalwohnheimen durch vermehrte und längere Überschneidungen mit dem vorherigen Jahrgang. Der Monat, in dem man üblicher Weise Geld verdient, um im PJ über die Runden zu kommen oder sich von Prüfungsvorbereitung erholt, fällt weg. Universitäten haben viele neue Kompetenzen erhalten, um Studierende spontan umzuverteilen. Spontan sind beispielsweise Fach-Umverteilungen, Nachtschichten und Co möglich. Alles im Ermessen der Universitäten. Oft wurden die Studierenden verpflichtet, sich für oder gegen Antritt des PJ zu entscheiden, ohne dass geklärt war ob und wie von solchen Regelungen Gebrauch gemacht wird. Es bleiben vermehrt nur ein bis zwei Werktage, um – sich nach den neuen Regelungen richtend – ein komplettes Jahr vollkommen umzuplanen. Umzüge in Coronazeiten, also im Alleingang innerhalb von 3 Tagen inklusive. Das ist keine Übertreibung, es ist die Realität.

4) Nicht einmal zu einem Hammerexamen ist das geplante Doppelexamen vergleichbar. Die Vorbereitungszeit war auch beim Hammerexamen länger, als sie bei uns sein wird. Von all den zusätzlichen Belastungen, die durch die genannten spontanen Veränderungen entstehen ganz zu schweigen.



Unter diesem Kontext sind Forderungen der Studierenden nach Gehalt oder Anerkennung der bisherigen Prüfungsleistungen aus 5 Jahren Studium zu verstehen. Hier geht es nicht um hochnäsige, aufmüpfige Forderungen. Es geht darum der Realität aufrichtig ins Gesicht zu sehen und anzuerkennen, dass die Begründungen für Entscheidungen aktuell nicht zu den Ergebnissen und Umständen passen.

Und das alles bringt enorm viele Nachteile, die spontan aus dem nichts kommen mit sich! Wer anderes behauptet, der kennt die Situation nicht oder stellt sich dümmer, als er es ist. Schwach, dass das Ärzteblatt sich hier einreiht in die Reihe der Jana-„Jünger“.

Jana Jünger hat einen großen Dienst für uns Studierende geleistet. Wie sie, hat niemand sonst Mikrophone sämtlicher Reporter an sich gerissen, um eine unterirdische und realitätsferne Aussage nach der anderen möglichst massentauglich zu verkaufen. Sie macht ihren Publicity-Job beeindruckend gut - wer keine Ahnung hat, wird glauben, alle seien um das Wohl der Studierenden bemüht und ihnen würde auf allen Längen entgegengekommen. Schade, dass das eine surreal verzerrte Darstellung der Realität ist.

Ich bin schockiert, dass so gerade mit den zukünftigen Ärzten umgegangen wird, von denen wir so viel Einsatz in diesen Krisenzeiten erwarten. Ich hätte derartiges in Deutschland nicht für möglich gehalten, wenn andere Länder einheitliche und fairere Lösungen finden.
Avatar #827412
Eoerin
am Freitag, 1. Mai 2020, 12:24

Absurde Aussage des IMPP

Die Aussage des IMPP, dass den Studierenden aus Baden-Württemberg und Bayern kein Nachteil entstünde, ist absurd und weltfremd. Die Studie von Herrn Prof. Fischer bezog sich auf zwei Jahrgänge, die nur der LMU München entstammten und ist insofern nicht als repräsentativ für eine heterogene Gruppe von Studierenden unterschiedliche Universitäten zu werten. Dagegen finden sich Daten (u.a. in einem Artikel des Ärzteblattes aus dem Jahr 2007), nach denen die Durchfallquoten des 2. Staatsexamens sich deutschlandweit verdoppelten (5% auf 10%) und die Noten verschlechterten sich signifikant (über 80% der AbsolventInnen konnten keine Note besser als drei erlangen - die Trennschärfe der Prüfung war also auch nicht gegeben).
Zu guter Letzt muss außerdem darauf hingewiesen werden, dass zur Vorbereitung auf das klassische Hammerexamen dreieinhalb Monate (ergo 14-15 Wochen) zur Verfügung standen, unter der Voraussetzung, dass während des letzten Tertials alle 20 erlaubten Fehltage genutzt wurden, um ausreichend Vorbereitungszeit zu haben. Die 6 bis 10 Wochen, die aktuell vorgesehen sind, werden da kaum ausreichen. Der schnellste Lernplan für das M2 sieht aktuell 100 Tage vor - ohne Pausen oder Feiertage. Das ist selbst in 14 Wochen nur gerade so zu bewerkstelligen, und auf das M3 wurde sich dann noch gar nicht vorbereitet.
Die Situation ist suboptimal. Von Seiten des IMPP dann aber auch noch auf Basis einer einzelnen, nicht repräsentativen Studie zu behaupten, dass den Studierenden kein Nachteil entstände ist inakkurat, unwissenschaftlich und ein Schlag ins Gesicht für jede/n angehende/n MedizinerIn! Ich kann nur jedem und jeder, der unter diesen Umständen die Prüfung nicht besteht empfehlen, über das Einlegen von Rechtsmitteln nachzudenken, denn von Gleichheit oder Vergleichbarkeit der Ergebnisse kann hier keine Rede sein!