ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2020Martin Schwemmle: Virologe erhält 2,5 Millionen Euro EU-Förderung

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Martin Schwemmle: Virologe erhält 2,5 Millionen Euro EU-Förderung

Richter-Kuhlmann, Eva

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Martin Schwemmle, Foto: Universitätsklinikum Freiburg
Martin Schwemmle, Foto: Universitätsklinikum Freiburg

Die derzeitige COVID-19-Pandemie verdeutlicht die möglichen Konsequenzen einer Übertragung von Viren aus dem Tierreich auf den Menschen. Wie eine solche Infektion erfolgen kann, erforscht das Team um Prof. Dr. rer. nat. Martin Schwemmle (58) vom Institut für Virologie des Universitätsklinikums Freiburg.

Im Rahmen des European Research Council (ERC) Advanced Grants wird es dafür jetzt mit 2,5 Millionen Euro über die nächsten fünf Jahre gefördert, wie der Präsident des ERC, Prof. Mauro Ferrari, am 31. März bekannt gab. Insgesamt zeichnet der ERC dieses Jahr 185 europäische Wissenschaftler aus. „Diese hochrangigen Spitzenforscher werden neue Wege in unterschiedlichen Forschungsbereichen gehen, auch im Feld der Gesundheit“, sagte Ferrari. „Ich wünsche ihnen alles Gute und möchte in dieser Zeit der Krise die heroische und unschätzbare Arbeit der gesamten wissenschaftlichen Gemeinschaft würdigen.“

Schwemmle untersucht die Übertragung von Zoonosen am Influenzavirus H18N11, das – wie auch das Coronavirus – natürlicherweise in Fledermäusen vorkommt. Der studierte Biologe, der mit einigen Unterbrechungen durch Auslandsaufenthalte seit 1992 am Institut für Virologie des Universitätsklinikums Freiburg tätig ist, wies kürzlich nach, dass das Virus einen anderen Infektionsweg nimmt als „klassische“ Influenzaviren, die den Menschen infizieren. Der Virologe konnte zudem zeigen, dass das Fledermausvirus auch einen anderen Oberflächenrezeptor nutzt, um in die Wirtszellen einzudringen. Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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